MdB Marianne Schieder: Programm Soziale Stadt retten!
Die soziale Spaltung der Städte schreite weiter voran, auch aufgrund der aktuellen Mietpreisentwicklung in vielen Städten. Im Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung werde die zunehmende Spaltung der Gesellschaft bestätigt, erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder. Statt zu handeln und die Städtebauförderung zu verbessern, zensiere die Bundesregierung auf Druck der FDP lediglich ihren Bericht.
Dazu habe die SPD-Fraktion gemeinsam mit den Grünen bereits im Oktober 2012 einen Antrag "Programm 'Soziale Stadt' zukunftsfähig weiterentwickeln" (Bundestagsdrucksache 17/10999 [1]) in den Bundestag eingebracht, der nun im Bauausschuss des Deutschen Bundestages abgelehnt worden sei, so MdB Marianne Schieder weiter.
"Die Koalitionsfraktionen sparen das erfolgreiche Programm zur Stabilisierung benachteiligter Quartiere – „Soziale Stadt“ kaputt. Wieder werden für das kommende Jahr nur 40 Millionen Euro bereit gestellt und auf investive Maßnahmen begrenzt. Die rein bauliche Aufwertung benachteiligter Stadtquartiere bringt nichts. Die FDP-Fraktion hat das Programm nicht verstanden. Sie äußert zwar im Bauausschuss des Bundestags, dass ihr die Soziale Stadt wichtig sei. Gleichzeitig waren FDP-Abgeordnete treibende Kraft bei den Kürzungen. Auch die von der FDP gewünschte Beschränkung auf rein bauliche Maßnahmen beseitigt die soziale Spaltung nicht. Wir brauchen dringend Instrumente, die die Menschen, die Kinder, die Familien, die in armen Stadtvierteln wohnen erreichen", legt die Abgeordnete dar.
Mit dem rot-grünen Antrag werde vorgeschlagen, wie dies zu realisieren sei. Unter anderem müsse Teilhabe in den benachteiligten Stadtquartieren auf Dauer erreicht und diese mit dem Programm angestoßen werden, so dass diese in nachhaltige Strukturen münden könnten. Besonders wichtig seien Vorhaben im Bereich Bürgerbeteiligung, Arbeit, Bildung und Integration, diese müssten ausdrücklich möglich sein. Durch die falsche Politik von Schwarz-Gelb stünden jetzt viele Stadtteilzentren, Bildungsaktivitäten und vor Ort engagierte Bürgerinnen und Bürger vor dem Nichts, hebt MdB Marianne Schieder hervor.
Sie ergänzt weiter: "Schwarz-Gelb unterstützt den traurigen Trend der sozialen Spaltung durch Unkenntnis und falsche Stadtpolitik und weitere Belastungen für die Kommunen. Gab es 2009 noch 48 neue Programmgebiete „Soziale Stadt“, konnte 2011 nur noch ein neues Programmgebiet erschlossen werden. Die Städte und Gemeinden benötigen finanzielle Unterstützung, um das Programm in Anspruch nehmen zu können und mit ausreichendem, fachlich qualifizierten Personal umsetzen zu können."
Hintergrund: Mit dem 1999 unter der rot-grünen Bundesregierung eingeführten Städtebau-Programm „Soziale Stadt“ konnte in vielen Stadtteilen eine drohende Abwärtsspirale gestoppt werden. Schwarz-Gelb hat das Programm seit 2010 drastisch zusammen gestrichen. Standen vor Schwarz-Gelb 2010 noch 105 Millionen Euro bereit, waren es unter Schwarz-Gelb 2011 nur 28 Millionen, 2012 und 2013 40 Millionen Euro. Die wichtigen nicht-investiven Projekte wurden entfernt.