DGB und AK Labertal starten Wanderausstellung

Veröffentlicht am 12.04.2011 in Veranstaltungen

„Freie Gewerkschaften im Mai 1933 – Gerade Dich Arbeiter wollen wir…“

„Das Wiedererstarken der Rechten ist eine Herausforderung an unsere Demokratie. Dagegen muss man argumentativ vorgehen, nicht wegschauen, nichts beschönigen und nichts vergessen“ – so der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Region Landshut, Klaus Pauli bei der AUsstellungseröffnung in der Volksschule Rottenburg. Gemeinsam mit der Schule hatte der DGB und der SPD die Ausstellung „Freie Gewerkschaften im Mai 33 – Gerade Dich Arbeiter wollen wir…“ am Montagvormittag eröffnet, die von der Hans-Böckler-Stiftung erstellt wurde.

Rektor Franz Gänger bedankte sich bei der Kreis- und Fraktionsvorsitzenden Ruth Müller aus Pfeffenhausen, weil sie die Ausstellung an die Schule gebracht hat. Die Volksschule Rottenburg konnte somit die erste Vernissage in der diesjährigen Ausstellungsreihe des SPD-Arbeitskreises Labertal durchführen.

Es gelte, die Jugendlichen zu informieren und sie stark zu machen gegen braune Wiedergänger, die unsere Freiheit und Demokratie gefährden, so der Schulleiter. Im Rahmen des Geschichts- und Sozialkundeunterrichts werde man im Laufe der Woche die Ausstellung intensiv besuchen und die Hintergründe dieser Zeit besprechen.

In seiner Einführung machte Klaus Pauli klar, dass mit dieser Ausstellung an die Ereignisse am 1. und 2. Mai 1933 erinnert werden solle. Nach der Freude 1933, den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag in Deutschland einzuführen, kam am 2. Mai das böse Erwachen, als es dann zu einer Zerschlagung der freien, traditionell sozialdemokratisch ausgerichteten Interessenvertretungen kam.

Die Nationalsozialisten haben damals den Begriff „Gleichschaltung“ der Gewerkschaften verwendet. Die Konsequenzen waren die Beschlagnahmung der Gewerkschaftshäuser und des Vermögens bis hin zu Inhaftierung und politischem Mord. Gründlich und zielstrebig wurde die Arbeiterbewegung vom NS- Regime zerschlagen, denn in einem NS-Staat war kein Platz für freie, unabhängige und der Demokratie verpflichtete Gewerkschaften.

Heute wie damals geben sich die Rechtsextremisten sehr volksnah. „Sie schwafeln von Volksdemokratie, von Gerechtigkeit, sind Amerikafeindlich und Globalisierungsgegner“, so Pauli. Manchmal mag es sogar so erscheinen, als würden sie die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vertreten. Ein Blick in die Programme der rechten Parteien offenbart allerdings etwas anderes: Beispielsweise den Ausschluss von Ausländern und Minderheiten, eine Arbeitsplatzvergabe nach rassistischen Kriterien an Deutsche und Sozialleistungen nur für die Volksgemeinschaft. Selbstorganisierte Gewerkschaften haben in ihrem Programm ebenfalls keinen Platz.

Gemeinsam mit Schulen, Gewerkschaften, Parteien und Kirchen werde man daran arbeiten, für eine soziale Politik, die allen Bevölkerungsschichten Chancengleichheit, Wohlstand und Teilhabe bietet, eintreten. Diese Ausstellung solle auch ein Aufruf sein, für Demokratie, individuelle Menschenrechte, Freiheit und freie Gewerkschaften einzutreten. Diese Werte müssen der nachfolgenden Generationen aus der bitteren Erfahrung des Nationalsozialismus mitgegeben werden.

Die nächsten Ausstellungstermine sind: Vom 2. bis 9. Mai an der Mittelschule Mallersdorf-Pfaffenberg, vom 11. bis 15. Mai am Johannes-Nepomuk-Gymnasium Rohr, vom 16. bis 27. Mai im katholisches Pfarrheim Geiselhöring. Desweiteren ist die Ausstellung für Straubing geplant.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.