
Ausstellungs-Eröffnung „Frei und Links“ mit historischen Rückblicken

Ausstellungs-Eröffnung „Frei und Links“ mit historischen Rückblicken
Noch nie wurde die Geschichte der mit Abstand ältesten politischen Partei so detailliert dargestellt wie in der nagelneuen Sonderschau der Friedrich-Ebert-Stiftung im Landshuter Klinikum. Sie gehe, wie der Landshuter Bürgermeister Gerd Steinberger in seinen Begrüßungsworten betonte, bis ins Jahr 1863 zurück. Damals hätten sich die Arbeiter in einem Akt der Selbstbehauptung zum Kampf für menschenwürdige Lebensbedingungen zusammengeschlossen. Ferdinand Lassalle habe bei der Gründung dazu aufgerufen, das „eherne Lohngesetz“ zu durchbrechen, wonach die Bezahlung der Arbeitnehmer nicht über das Existenzminimum hinausgehen dürfe. So seien die ersten Schritte gegen die Ausbeutung der Menschen im beginnenden industriellen Zeitalter zielgerichtet durch die SPD eingeleitet worden. Steinberger bedankte sich bei der SPD-Kreisvorsitzenden Ruth Müller und Stadtrat Robert Gewies, die es geschafft hätten, die Ausstellung nach Niederbayern zu bekommen, noch bevor sie in Berlin gezeigt werde. An der Vernissage nahmen viele Mandatsträger, unter ihnen auch der Landtagsabgeordnete Udo Egleder teil.
Dietmar Bönsch, Geschäftsführer des Klinikums befasst sich mit der Geschichte der Sozialversicherung. Deren Einführung schon im Jahr 1883 sei zweifellos eine Folge der Organisierung der Arbeitnehmerschaft gewesen. Reichskanzler Otto von Bismarck habe sich mit dieser Maßnahme bewusst über seine Berater hinweg gesetzt, um sozialen Unruhen vorzubeugen. In seinen Erinnerungen habe der Politiker klar ausgeführt, es sei ihm darum gegangen, die arbeitende Klasse „zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen“. Auf diese Weise habe Bismarck den Einfluss der bereits sehr aktiven Gewerkschaften und Arbeiterverbände einzudämmen versucht.
Die Frage, warum man in einem sehr konservativen Landstrich mehr als vier Jahrzehnte der Sozialdemokratie die Treue halte, begründete der Vilsbiburger Kreisrat Peter Barteit mit einem Blick in die, wie er sagte, „traurigen Hälfte des 20. Jahrhunderts“. Bis zur Selbstaufopferung habe die SPD in den letzten Jahren die Weimarer Republik gestützt und sogar die konservativen Politiker Paul von Hindenburg und Heinrich Brüning toleriert, um Adolf Hitler von der Macht fernzuhalten. Nach dessen Machübernahme habe die SPD als einzige Fraktion im Reichstag gegen die totale Abschaffung des Rechtsstaates durch das Ermächtigungsgesetz argumentiert. Dazu habe es einer erheblichen Portion Standfestigkeit bedurft, seien doch die sozialdemokratischen Abgeordneten schon zu diesem Zeitpunkt nach einem authentischen Bericht des britischen Botschafters von der SA „terrorisiert“ worden.
Um sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen und die Gesellschaft zusammen zu halten, bedürfe es auch in der Gegenwart einer starken Volkspartei der linken Mitte. Reformen, die durch den demographischen Wandel oder die globalisierten Handelsbeziehungen erforderlich würden, dürften nicht versäumt werden. Es sei Aufgabe der SPD, dafür zu sorgen, dass dabei nicht nur die Reichen profitieren und die weniger begüterten Bürger auf der Strecke blieben. Wenn aber neue Gruppierungen mit einem früherer Oberbürgermeister von Saarbrücken und ehemaligen SED-Mitgliedern an der Spitze den Bürger unbezahlbare Versprechungen machten, habe das nichts mit seriöser Politik zu tun. Auch für Staaten gelte das bekannte Motto: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, schloss der Redner seinen Grußwort.
Info:
Die Ausstellung „Frei und links“ ist bis zum 23. August täglich von 8 bis 20 Uhr in der Glasdachhalle des Klinikums Landshut zu sehen. Kataloge zur Ausstellung liegen dort kostenlos aus.
Homepage SPD Landkreis Landshut
Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.
- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.
Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.
Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.
Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.
Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!
Vortrag 1: Langquaid Vortrag 2: Geiselhöring Vortrag 3: Rottenburg Vortrag 4: Straubing Vortrag 5: Aufhausen --------------------------------- Dröscher- Preis 2011 - "SPD erneuert sich" AK- Labertal erringt Platz 3 beim Bundesparteitag in Berlin Unterstützervideo I Unterstützervideo II Unterstützervideo III Unterstützervideo IV >Unser Wettbewerbsbeitrag: Wider das Vergessen - Zivilcourage heute Bilderimpressionen vom Stand der Labertaler SPD
Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.