Brandenburger Landwirtschaftsminister zu Gast im Labertal 1

Veröffentlicht am 09.08.2016 in Veranstaltungen

Auf dem Rundgang durch das Klostergut (v.l.) Generaloberin S. M. Jakobe Schmid, Landwirtschaftsverwalter Wolfgang Obermeier, Superior Dr. Wilhelm Gegenfurtner Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger, Ruth Müller, MdL, und Kerstin Vogelsänger mit Gemeinderäten und Vertretern der SPD

Verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen gehört zur franziskanischen Lebensregel

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger und die Pfeffenhausener Landtagsabgeordnete Ruth Müller besuchen das Klostergut in Mallersdorf

Pünktlich um 18 Uhr traf der brandenburgische Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger mit seiner Frau Kerstin zum letzten Programmpunkt seiner umfangreichen Niederbayerntour am vergangenen Samstag im Kloster Mallersdorf ein. Zusammen mit der Landtagsabgeordneten Ruth Müller, die ihn im Frühjahr bei der Grünen Woche in Berlin zu dieser Inforeise eingeladen hatte, wollte Vogelsänger den Landwirtschaftsbetrieb des Klosters besichtigen. Begleitet wurden die Agrarpolitiker, Müller ist Mitglied im Agrarausschuss des Landtags, von einer großen Gruppe interessierter Sozialdemokraten aus der Region, angeführt vom stellvertretenden SPD-Ortsvorsitzenden Heinrich Kaiser und 1. Bürgermeister Peter Forstner aus der Nachbargemeinde Neufahrn.

S. M. Jakobe Schmid, seit 2013 Generaloberin im Kloster Mallersdorf, der Superior des Klosters, Dr. Wilhelm Gegenfurtner und Landwirtschaftsverwalter Wolfgang Obermeier stellten den Besuchern das Klostergut und vor allem den modernen Rinderlaufstall vor. 80 Kühe werden hier artgerecht gehalten, dazu 40 Mastbullen und 200 weibliche Jungtiere. Mit dieser Entscheidung habe die Ordensleitung 2013 für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Landwirtschaft ein Zeichen gesetzt, so die Generaloberin, wofür sie vom Minister viel Lob erhielt.

Die Heilige Notburga wacht als Patronin der Landwirtschaft über den Viehbestand

Im lichtdurchfluteten, weitläufigen Stall mit natürlicher Belüftung wächst gesundes Vieh heran, wie sich die Besucher vom Aussichtsbalkon her überzeugen konnten. Mit bestem Futter und Heu von den saftigen Wiesen und Feldern rund um den Klosterberg werden die Tiere zwar nicht ökologisch, aber weitgehend gesund ernährt, denn der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen gehöre zur franziskanischen Lebensregel. „Bei uns geht die Ökologie vor der Ökonomie“, so Superior Gegenfurtner.

In erster Linie werde das erzeugt, was im Kloster gebraucht wird, denn laut den Ordensregeln müssen sich die Nonnen von Mallersdorf weitgehend selbst versorgen, so S. M. Jakobe Schmid. So gehören, neben den Rindern, natürlich auch Schweine zur Klosterökonomie. „Rund 500 Hektar Felder und Wälder umfasst das Mallersdorfer Klostergut, davon werden rund 110 Hektar mit Getreide- und Kartoffelanbau bewirtschaftet und 40 weitere Hektar sind Dauergrünland“, berichtete Verwalter Wolfgang Obermeier. Mithilfe zahlreicher Angestellter und Verwalter erziele das Mallersdorfer Kloster gute Erträge. In der Landwirtschaft arbeiteten zwar keine Schwestern mehr mit, die Schwestern betreiben aber eine Bäckerei, eine Metzgerei und eine Brauerei, wo die Produkte der eigenen Landwirtschaft, der Imkerei und dem Gemüsegarten verarbeitet würden, denn rund 700 Menschen müssten jeden Tag versorgt werden, so Superior Gegenfurtner weiter. Das Kloster ist der drittgrößte Arbeitgeber in der Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg und bietet knapp 300 externen Beschäftigten einen Arbeitsplatz.

Zwänge der Rationalisierung und EU-Vorschriften betreffen auch die Klosterökonomie

Doch die Zwänge der Rationalisierung und der EU-Vorschriften betreffen auch das Kloster. In der klostereigenen Metzgerei werde das Fleisch der eigenen Rinder und Schweine zwar weiterverarbeitet, geschlachtet werde allerdings beim Metzger im Ort, da die EU-Auflagen größere Umbaumaßnahmen erfordert hätten. Auch die Milch werde nicht mehr zu Käse und anderen Produkten weiterverarbeitet. Der Überschuss gehe heute an die Goldsteigmolkerei, wie Verwalter Obermeier berichtete.

Bereits im August 2015 besuchte Ruth Müller mit ihrer Kollegin aus dem Bundestag,  Rita Hagl-Kehl den landwirtschaftlichen Betrieb des Klosters Mallersdorf und bedankte sich bei Superior Dr. Wilhem Gegenfurtner für die Möglichkeit zum erneuten Besuch. Sichtlich bewegt nahm Superior Gegenfurtner als Dankeschön einen der seltenen Weine aus der Mark Brandenburg als Gastgeschenk von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger entgegen.

Gegenfurtner, der seit November 2005 neben seinem Amt als Dompropst im Domkapitel des Bistums Regensburg die Aufgabe als Superior in Mallerdorf übernommen hatte, wird zum 1. Dezember in den Ruhestand nach Bad Wörishofen gehen und Ruth Müller gab ihm für den Ruhestand ein druckfrisches Exemplar des Buchs „In 85 Sätzen um die Weltgeschichte“ – von „Hier stehe ich und kann nicht anders“ bis „Wir schaffen das“ werden bekannte Sätze in einen historischen Kontext gestellt.

„Ihr vielfältig aufgestellter landwirtschaftlicher Betrieb ist typisch für zahlreiche brandenburgische Höfe“, zog Landwirtschaftsminister Vogelsänger einen Vergleich zwischen den beiden Bundesländern. Gerade Betriebe, die mehrere Standbeine hätten, kämen besser in Krisensituationen zurecht. Und wenn wie in Mallersdorf der einzigartige Blick über die Landschaft hinzukomme, könne man in der klösterlichen Ruhe auch als Minister hervorragend Kraft tanken, fand Vogelsänger lobende Worte über die idyllische Lage auf dem Klosterberg.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.