Bei Kaffee und Kuchen ergaben sich im polnischen Konsulat

Veröffentlicht am 23.07.2012 in Allgemein

AK-Sprecher Rainer Pasta und Helena Auch-Schwelk überreichten einige Exemplare der Dokumentation zum Polenkinderlager Laberweinting an Konsul Dr. Aleksander Korybut-Woroniecki

„Den Vergessenen ihren Namen und ihre Würde zurückgegeben“

Dokumentation zum Polenkinderlager Laberweinting im Generalkonsulat der Republik Polen übergeben

Mitte Juli trafen sich im Generalkonsulat der Republik Polen in München Vertreter der Stadt Pfaffenhofen, des Marktes Indersdorf und des SPD-Arbeitskreises Labertal mit der Besuchergruppe, die dieser Tage in Wiesendorf, Bergsdorf und Rain auf Einladung des Indersdorfer Heimatvereins ein ganz besonderes Wiedersehen erlebte. Ziel des Treffens war die Begegnung mit Zeitzeugen und die Gründung eines Netzwerkes aller an der Aufarbeitung der polnisch deutschen Geschichte in der NS- und Nachkriegszeit beteiligten Institutionen.

Aus dem Labertal fuhren Helena Auch-Schwelk und Rainer Pasta zu diesem Treffen nach München. Stadtrat Helmut Stadler aus Pfaffenhofen und Josef Kreitmeir, der Bürgermeister von Markt Indersdorf, stellten die seit längerem erforschte Geschichte „ihres“ Polenkinderlagers vor. Rainer Pasta präsentierte den Anwesenden die gerade erschienene Dokumentation zum Polenkinderlager Laberweinting. Für Helena Auch-Schwelk brachte der Besuch eine besondere Überraschung mit sich. Zwei der drei Besucherinnen, die am darauffolgenden Tag ihren Unterbringungsort im Labertal wiedersehen sollten, stammten aus ihrem Geburtsort Kattowitz. Bei Kaffee und Kuchen ergaben sich im polnischen Konsulat ein paar sehr persönliche Momente.

Vor rund zwei Jahren veranlasste ein Hinweis aus der Bevölkerung den SPD-Arbeitskreis Labertal über die Geschehnisse im "Polenkinderlager Laberweinting" nachzuforschen. Erst durch die Unterstützung des Straubinger Landtagsabgeordneten Reinhodl Perlak, der mit einer Schriftlichen Anfrage an die Staatsregierung den entscheidenden Hinweis auf die Akten im Staatsarchiv Landshut und beim Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) des DRK in Bad Arolsen erbrachte, konnten die Ereignisse 1944/45 ergründet und rekapituliert werden. Helena Auch-Schwelk und ihr Ehemann Herbert steuerten die original Untersuchungsergebnisse aus dem Archiv des „Instituts des Nationalen Gedenkens“ in Kattowice bei.

„Ich bedanke mich bei Herrn Pasta und dem Arbeitskreis Labertal für die Erforschung und Dokumentation des Schicksals der 65 toten Kinder von Laberweinting. Und ich erinnere mich an den sehr bewegten Abend im Dezember vergangenen Jahres, als ich persönlich die ersten Ergebnisse der Recherchen in Laberweinting erfahren durfte“, so die scheidende Generalkonsulin, frau Elzbieta Sobotka. „Der Arbeitskreis Labertal hat den Vergessenen ihren Namen und ihre Würde zurückgegeben – Vielen Dank dafür!“ Die Konsulin erneuerte Ihren Wunsch, dass Gemeinde und Pfarrei sich ihrer Vergangenheit stellen und – ähnlich wie in Pfaffenhofen und in Markt Indersdorf – ein würdiges Gedenken für die Geschehnisse im Polenkinderlager Laberweinting finden. Auf Betreiben der Konsulin gründeten die Anwesenden ein Netzwerk aller an der Aufarbeitung der polnisch-deutschen Geschichte in der NS- und Nachkriegszeit in Bayern beteiligten Institutionen. Nach der Rückkehr von Frau Sobotka im Oktober diesen Jahres wird ihr Nachfolger, Konsul Dr. Aleksander Korybut-Woroniecki die weitere Unterstützung seitens des Konsulats übernehmen.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.