Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“ wieder in der Region

Veröffentlicht am 06.06.2010 in AntiFa/Migration

Auftaktveranstaltung findet an der Rottenburger Realschule statt

Bereits im Dezember 2009 beschloss der SPD-Arbeitskreis Labertal, für den Sommer 2010 wieder die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung "Rechtsradikalismus in Bayern" wieder in die Region zu holen. Eine der ersten Schulen, die auf die Anfrage der SPD-Kreisvorsitzenden Ruth Müller zusagten, war die Rottenburger Realschule, und dort findet nun auch gleich nach den Pfingstferien die Auftakteröffnung mit Dr. Andreas Angersdorfer von der Universität Regensburg für die vierwöchige Tour durch vier Landkreise in den nächsten vier Wochen statt. Die Schulen in den Gemeinden Aufhausen, Mengkofen und Rain folgen im wöchentlichen Wechsel.

Die demokratiefeindlichen Rechtsextremisten mit ihrem menschenverachtenden Weltbild scheinen ein fester Bestandteil des politischen Alltags zu werden. Sie müssen als Dauerproblem unseres demokratischen Gemeinwesens begriffen werden auch in Bayern, deshalb wurde diese neue Ausstellung konzipiert. Von Murnau bis Lohr a. M. sind Neonazis und Skinheads öffentlichkeitswirksam präsent. Das Erscheinungsbild und das Auftreten, vor allem der NPD und ihrer Jugendorganisation „JN“ (Junge Nationaldemokraten), hat sich gewaltig gewandelt. Ihre Propaganda zielt in jüngster Zeit verstärkt auf Jugendliche und junge Heranwachsende. Mit dem „Projekt Schulhof“ („Den Nationalismus in die Schulen tragen“), mit kostenlosen „Schulhof- CDs“ (die vor den Schulen verteilt werden), mit Skinhead- Konzerten, dem „Braunen Lifestyle“ usw. versuchen Rechtsextremisten eine rechte Jugendkultur zu fördern. Die Ausstellung soll über Strukturen und Strategien des Rechtsextremismus aufklären, zur inhaltlichen Auseinandersetzung und zum konkreten Handeln vor Ort anregen, ist die Intention der der Regensburger Niederlassung der Friedrich- Ebert- Stiftung.

Die Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“ mit dem Untertitel "Demokratie stärken. Rechtsradikalismus bekämpfen" zeigt auf 15 Schaubildern die aktuellen, wichtigsten rechtsradikalen Entwicklungen in Bayern auf: rechte Parteien, regionale Vernetzungen, Neue Rechte, rechte Frauen- Szene, Internet, Vorfälle. Ein besonderer Akzent wurde auf die rechte Jugend- Szene gelegt: Rechtsextreme Musikszene, „Brauner Lifestyle“ und seine Symbole, das „Projekt Schulhof“ usw.

Auf den letzten 4 Tafeln „Was kann man dagegen tun?“ werden verschiedene Formen, Aktionen und Initiativen vorgestellt, die sich für die Abwehr des Rechtsextremismus engagieren und gleichzeitig demokratisches Bewusstsein und die Bereitschaft zum zivilgesellschaftlichen Engagement wecken wollen.

Die Dokumentation stützt sich auf wissenschaftliche Untersuchungen, die eine Zunahme rechtsextremer Einstellungen und Auftritte belegen. "Deshalb müssen wir Augen und Ohren offen halten und dürfen nicht unterschätzen, dass rechtsradikale Gruppierungen wieder vermehrt versuchen, Jugendliche anzusprechen, nicht nur irgendwo in Deutschland sondern auch in unserem unmittelbaren Umfeld. Die Ausstellung "Rechtsradikalismus in Bayern" beschäftigt sich mit dem Erscheinungsbild des Rechtsextremismus in der heutigen Zeit.

Im historischen Kontext steht 65 JAhre nach Kriegsende die Ausstellung über das Leben und Wirken Dietrich Bonhoeffers, die seit 17. Mai ebenfalls in der Region gezeigt wird und auch im Landkreis Landshut an zwei Stationen zu sehen sein wird: Ab 13. Juni in der evangelischen Kirche in Neufahrn und ab 27. Juni in der Rottenburger Dreieinigkeitskirche. Mit diesen beiden Aktionen ist es dem SPD-Arbeitskreis Labertal gelungen, unter dem Motto "Erinnern gegen das Vergessen" eine breit angelegte Aktion zu starten, die viele gesellschaftliche Gruppen und Altersklassen erreicht, so Ruth Müller.

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.