Ausstellung an einem geschichtsträchtigen Tag eröffnet

Veröffentlicht am 09.11.2011 in AntiFa/Migration

Die Gäste bei der Ausstellungseröffnung mit Schulleitung, Bürgermeister und Elternbeirat

Erinnern, um verstehen zu können - Ausstellungsreihe zum Rechtsradikalismus im Vilstal macht Station in Gerzen

Den Jahrestag der Reichspogromnacht hatten sich die Verantwortlichen der Mittelschule Gerzen, des DGB Landshut und der SPD im Landkreis Landshut ausgesucht, um die Ausstellung „Freie Gewerkschaften im Mai 33 – Gerade Dich Arbeiter, wollen wir“, zu eröffnen.

Schulleiterin Christine Kreuzpaintner ließ bei ihrer Begrüßungsrede den Blick zurück schweifen – auf den 9. November, der in der deutschen Geschichte immer wieder eine wichtige Rolle spielt: 1918 wurde die erste deutsche Republik ausgerufen, 1923 fand der Marsch auf die Feldherrenhalle statt, als Hitler versuchte, gewaltsam an die Macht zu gelangen. 1938 zerstörten die Nationalsozialisten in der „Reichspogromnacht“ jüdische Geschäfte, Gebetshäuser und Synagogen in ganz Deutschland und 1989 war dann das friedlichste Ereignis – der Fall der Mauer. „Wir wollen mit der Präsentation dieser Ausstellung einen Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus geben und dazu beitragen, dass die junge Generation die richtigen Lehren daraus zieht“, so Christine Kreuzpaintner.

Gerzens Bürgermeister Manfred Kaschel begrüßte es, dass auch in seiner Heimatgemeinde an die Geschichte erinnert wird. „Es ist wichtig, sich mit den Umständen dieser Zeit auseinanderzusetzen, um die Geschichte zu verstehen und die Zukunft dann positiv zu gestalten“, so Kaschel.

„Abhaken und Vergessen ist die schlechteste Variante im Umgang mit diesem dunklen Kapitel in der deutschen Historie“, führte Hans-Dieter Schenk vom DGB Landshut in die Ausstellung ein, die von der Hans-Böckler-Stiftung erstellt wurde. Auf 25 Tafeln wird z. B. auf Hitlers Machtergreifung, die Zerschlagung der Gewerkschaften, die hohe Arbeitslosigkeit und die instabilen politischen Verhältnisse eingegangen. Mit dem Zitat des katholischen Theologen und Widerstandskämpfers Martin Niemöller beendete Hans-Dieter Schenk seinen Vortrag, der die Schüler und Schülerinnen der 9. Klasse sehr nachdenklich werden ließ:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr, der protestieren konnte“.

Ruth Müller bedankte sich bei der Schulleitung, der Gemeinde und dem Elternbeirat für die Bereitschaft und das Interesse, sich an der Ausstellungsreihe im Vilstal zu beteiligen. Man wolle dazu beitragen, die Jugendlichen zu informieren und sie so stark machen gegen braune Wiedergänger, die die Freiheit und Demokratie gefährden. Für den Geschichtsunterricht oder die Schulbibliothek überreichte sie das Buch von Josef Felder, der 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz stimmte: „Warum ich NEIN sagte“. Sie wünsche sich eine junge Generation, die wieder in der Lage ist, „NEIN“ zu sagen, wenn es darauf ankomme“.
Klassleiter Damian Langer versprach, mit seinen Schülerinnen und Schülern im Laufe der nächsten Tage die Ausstellung intensiv zu besuchen und zu bearbeiten und so in die Geschichte einzutauchen und die richtigen Lehren zu ziehen.

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.