SPD-Fraktionsvorsitzender MdL Markus Rinderspacher zu Gast bei den „Regensburger Gesprächen“
Als „Revolution“ bezeichnete Bundeskanzlerin Merkel das Energiekonzept der Bundesregierung, das am 28. Oktober 2010 mehrheitlich vom Deutschen Bundestag verabschiedet wurde. Darin heißt es unter anderem: Eine Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern ist notwendig, bis leistungsstarke Energiespeicher und neue Transportnetze für erneuerbare Energien geschaffen sind. Damit begründen CDU/CSU und FDP die deutliche Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken (AKW). Sie gestehen ihnen eine deutliche Erhöhung der Reststrommengen zu, so dass die AKWs jetzt mindestens acht bis 14 Jahre länger am Netz bleiben als dies nach dem „Atomkonsens“ der rot-grünen Bundesregierung mit den Energieversorgungsunternehmen sowieso möglich gewesen wäre. Gegen diese Pläne der Bundesregierung haben die Oppositionsparteien im Bundestag und die Umweltverbände auch in großen Demonstrationen protestiert.
Nach ihrer Überzeugung verzögert die atomfreundliche Politik den Übergang zu einer effizienten, erneuerbaren und nachhaltigen Energieversorgung in unverantwortlicher Weise. Es werde noch mehr strahlender Atommüll entstehen und die Sorgen um die Sicherheit der immer älter werdenden Kernkraftwerke nähmen weiter zu.
Der VKU (Verband der kommunalen Unternehmen) befürchtet eine Stärkung der großen Energieversorger mit negativen Folgen für den Wettbewerb auf dem Strommarkt sowie die erfolgte und geplanten Investitionen in erneuerbare Energien. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen prognostiziert massive Nachteile für den Ausbau regenerativer Energien. Er weist auch darauf hin, dass eine verlängerte Laufzeit der Atomkraftwerke für eine klimafreundliche, sichere und bezahlbare Stromversorgung überhaupt nicht notwendig ist.
Der Bundesverband Erneuerbare Energien erwartet bis zum Jahr 2020 rund 500.000 Arbeitsplätze, vor allem in der Wind- und Solarbranche, also rund 200.000 mehr als bereits geschaffen. Die Verlängerung Atomenergienutzung gefährde dieses Beschäftigungsziel und überdies viele der bestehenden Jobs.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung greift im Rahmen ihrer „Regensburger Gespräche“ am 29. November um 20:00 Uhr im „Leeren Beutel“, Bertoldstraße 9 in Regensburg diese Problematik auf und möchte über Sinn und Unsinn der Laufzeitverlängerung für AKW und ihre Folgen für den Ausbau der erneuerbaren Energien, Energiepreise und Klimaschutz diskutieren. Als Gesprächsteilnehmer kann der Leiter des Regensburger Regionalbüros, Harald Zintl den SPD-Fraktionsvorsitzenden im bayerischen Landtag, MdL Markus Rinderspacher, den Regensburger Bürgermeister Joachim Wolbergs, Ulrich Lenz von der Unternehmensleitung der Ostwind-Gruppe und Wolfgang Suttor, stv. Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher begrüßen.
Zur Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich unter
regensburg@fes.de oder Tel. 0941 79 47 59