Raumordnungsverfahren zur B15-neu soll zum Jahresende beantragt werden

Veröffentlicht am 06.12.2016 in Kreisvorstand

Landkreis-SPD befasste sich mit den Ergebnissen des Dialogforums

Vier Sitzungen des Dialogforums zur B15neu haben mittlerweile stattgefunden und die von den Interessensgruppen, Abgeordneten und Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden vormals 14 Planungsvarianten sind seither auf nur mehr drei zusammengeschrumpft. Die drei verbliebenen Varianten stellte Baudirektor Manfred Dreier vom Staatlichen Bauamt Landshut den Mitgliedern des SPD-Kreisvorstands und interessierten SPD-Gemeinderäten aus dem Landkreis Landshut vor.
Die Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Ruth Müller ging in ihrer Begrüßung kurz auf die Entstehung und Zielsetzung des Dialogforums ein und wies darauf hin, dass das Straßenbauprojekt quer durch den Landkreis Landshut seit vier Jahrzehnten die Bevölkerung polarisiere. So gebe es auf Seite der Wirtschaft und Pendler durchaus viele Befürworter der Straße, andererseits befürchten Anlieger, Naturschützer und Landwirte negative Auswirkungen für ihre Region.

Anhand einiger Folien stellte Manfred Dreier die Bewertung der verschiedenen Varianten vor. Die Konzentration auf Kernkriterien gebe derzeit der Variante 1b den Vorzug, die bis Geisenhausen vierstreifig verlaufen solle und anschließend zweistreifig durch das Altfraunhofener Gemeindegebiet geführt werde. "Zum Jahresende wollen wir das Raumordnungsverfahren aber für alle drei Varianten 1a, 1b und 1c einreichen, weil die Unterschiede in der Bewertung nicht allzu groß sind", machte Dreier deutlich. Dann erfolge die Bewertung der Raumverträglichkeit in Bezug auf Wohnumfeld, Lärmschutz, Naherholung, Flächenversiegelung oder die Auswirkungen auf den Wasserhaushalt durch diverse Fachstellen und die betroffenen Gemeinden.

In der Diskussion machte der Essenbacher Gemeinderat Martin Huber deutlich, dass die Ortschaften Ohu-Ahrain durch den geplanten Höhenverlauf von der A92 bis Auloh vom Lärm betroffen seien und mahnte an, dass hier dringend ein Lärmschutz geplant werden müsse. Auf die Frage von Kreisrätin Filiz Cetin nach dem Zeitplan für die Anhörung der betroffenen Gemeinden stellte Dreier das erste Quartal im neuen Jahr in Aussicht. Gemeinderat Hans Biberger aus Kumhausen interessierte sich für die Zeitschiene. "Frühestens 2020 könne mit einem Baubeginn am ersten Abschnitt von der A92 bis zur Kreisstraße LA 14 gerechnet werden; der zweite Abschnitt von der LA 14 bis zur B 299 folge dann mit einem Zeitversatz von etwa 2 Jahren", meinte Manfred Dreier. Kämen Klagen hinzu, könne sich der Baubeginn um ein bis drei Jahre verschieben. Die lange Bauzeit im derzeitigen Bauabschnitt von Ergoldsbach bis zur A92 sei in den komplexen Bauarbeiten für die Grundwasserwanne begründet, erfuhr Kreisrat Sebastian Hutzenthaler von Manfred Dreier. "Derzeit rechnen wir mit dem Anschluss an die A92 bis Ende 2019", zeigte sich Dreier optimistisch. 2. Bürgermeister Siegfried Kaschel aus Geisenhausen war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein vierstreifiger Weiterbau bis Hohenegglkofen zeitgleich mit einer Ertüchtigung der B299 auf vier Fahrstreifen erfolgen müsse, wenn sich die Planungen für diese Variante konkretisieren sollten. Es gebe nun drei Varianten, die weiter untersucht werden, allerdings werde man sich nach dem Ende des Raumordnungskonzepts Mitte 2017 auf eine Variante festlegen müssen.

Ruth Müller bedankte sich bei Manfred Dreier für die interessanten und sachlichen Ausführungen zur weiteren Vorgehensweise bei der B15-neu. "Nun werden sich unsere Gemeinderäte im neuen Jahr mit den Plänen beschäftigen müssen und ihre Änderungs- und Verbesserungswünsche einbringen", machte Müller deutlich. Ein Erfolg des Dialogforums sei es auf alle Fälle, dass es erstmals gelungen sei, Betroffene und Beteiligte an einen Tisch zu bringen und zwar quer durch Stadt und Landkreis Landshut.
Foto: SPD-Gemeinderäte aus Essenbach, Ergolding, Kumhausen und Geisenhausen zusammen mit Baudirektor Manfred Dreier (3. v. l.) und Ruth Müller, MdL (2. v. r.)
 

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„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

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