Das Kultusministerium hat sich verrechnet

Veröffentlicht am 26.11.2016 in Kreisvorstand

SPD-Kreisvorstand informierte sich über aktuelle Situation der Lehrerversorgung in der Region Landshut

„Die Folgen einer falschen Planungs- und Personalpolitik des Kultusministeriums sind im Schulbereich längst in den Klassenzimmern angekommen“, machte BLLV-Vorsitzender Fritz Wenzl im Gespräch mit der Vorstandschaft des SPD-Kreisverbands Landshut deutlich.

Wenzl war von der Vorsitzenden Ruth Müller, MdL eingeladen worden, um über die Lehrerversorgung an den Grund- und Mittelschulen in der Region Landshut zu berichten und die Zahlen, die der Vorsitzende des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands im Landkreis Landshut vorstellte, machten deutlich, dass es an den bayerischen Schulen viele Baustellen gibt. Die SPD im Landkreis Landshut setzt sich im Jubiläumsjahr der Bayerischen Verfassung mit verschiedenen Artikeln auseinander und hinterfragt ihre Aktualität heute. So heißt es in Artikel 131, Absatz 1: „Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.“ Und dafür brauche es Zeit und Personal, machte Müller deutlic

 

Gleich zu Beginn des Schuljahres habe sich herausgestellt, dass mit den vorhandenen Lehrerinnen und Lehrern lediglich der Pflichtunterricht abgedeckt werden könne, so Wenzl. Zusätzliche Stunden für Arbeitsgemeinschaften seien nicht mehr vorhanden gewesen, denn noch im September hätten 17 Vollzeit-Lehrer anderer Schularten, die für Grund- und Mittelschulen angestellt werden sollten, abgesagt. Die mobile Reserve, die in der Vergangenheit mit rund 1.200 Stunden zur Verfügung gestanden sei, befinde sich derzeit auf dem Nullpunkt, da sie bereits verplant seien. Die Gründe für die fehlenden Lehrerstunden seien hausgemacht, denn noch vor einigen Jahren hätten die Studierenden für Lehramt Grundschule einen Numerus Clausus gebraucht. Deshalb – und auch wegen der besseren Besoldung hätten sich vermehrt junge Menschen für ein Lehramtsstudium Realschule oder Gymnasium entschieden. „Eine gleiche Bezahlung aller Lehrerinnen und Lehrer wäre gerecht“, machte Sebastian Hutzenthaler, Geschäftsführer im  BLLV Niederbayern, deutlich.

Erschwerend komme hinzu, dass an den Grundschulen die Lehrerinnen fehlen, die als „Lotsenlehrerinnen“ an den Gymnasien und Realschulen unterwegs seien. Alleine in Niederbayern würden sich die Lotsenstunden auf 380 Stunden summieren, weshalb der BLLV vehement fordert, diese Lehrerinnen zurück an die Grundschulen zu holen, bis sich der Personalstau gelöst habe. Es sei zwar gut gemeint, die Fünftklässler an den Realschulen und Gymnasien zu begleiten, aber das dürfe nicht bei einer Unterversorgung an den Grundschulen stattfinden.

Zu allem Überfluss komme nun auch noch die zusätzliche und sehr zeitintensive Arbeit für Schulleitungen hinzu, die allgemeinen Schuldaten neu zu erfassen. Hier sind wieder Kapazitäten gebunden, die den Schulleitern für ihre eigentliche Aufgabe fehle.

Fritz Wenzl war es auch ein Anliegen, den Mitgliedern der SPD-Kreisvorstandschaft deutlich zu machen, dass die zunehmende Individualisierung, die an den Schulen stattfinde, auch die entsprechenden Räume brauche. Heute gibt es an Schulen Jugendsozialarbeit, Mittagsbetreuung, Schulsozialberatung, Berufsbegleiter, Streitschlichter, Schulbegleiter oder den mobilen sonderpädagogischen Dienst. Für all diese Angebote und Personen brauche man auch entsprechende Räumlichkeiten, die in den meisten Schulen fehlen oder nur sehr bedingt vorhanden sind. Darauf müssten sich die Kommunen als Sachaufwandsträger einstellen.

Sebastian Hutzenthaler forderte ein bayernweites „Konjunkturpaket“ für Schulen. Im Landkreis Landshut stehe derzeit die Sanierung des Gymnasiums Vilsbiburg an, für die rund 17 Millionen Euro eingeplant werden. Und auch in der Stadt Landshut müssten dringend Schulen saniert, erweitert oder neu gebaut werden, was viele Kommunen schlichtweg überfordere. Deshalb begrüße er das Vorhaben, dass der Bund endlich bei der Sanierung von Schulen tätig werden kann. Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich dafür stark gemacht, dass ein großes Schulsanierungsprogramm aufgelegt wird, für das das bisherige kommunale Investitionsprogramm von 3,5 Milliarden Euro auf sieben Milliarden aufgestockt wird. Denn zur Chancengleichheit im Bildungssystem gehören auch moderne, gut ausgestattete Schulgebäude und Klassenräume.  Denn die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse stehe schließlich auch in der Bayerischen Verfassung.

Foto: Fritz Wenzl vom BLLV (Mitte) informierte die Mitglieder der SPD-Kreisvorstandschaft über die Situation an den Schulen in der Region Landshut

 

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.