Barrierefreiheit praxisnah regeln

Veröffentlicht am 12.07.2013 in Kreistagsfraktion

SPD-Kreistagsfraktion informiert sich über öffentlichen Busverkehr

Es ist ein wichtiges Ziel einer humanen Gesellschaft, auch behinderten Menschen die Möglichkeit zu geben, allgemein zugängliche Einrichtungen ohne größere Probleme zu nutzen. Dazu gehören beispielsweise öffentliche Gebäude ebenso wie das Internet, Bahnhöfe, Züge aber auch der Linienverkehr auf den Straßen. Gerade für diesen Bereich hat die Europäische Union in der Vergangenheit neue Vorschriften erlassen. Wie sich diese in der täglichen Praxis an den Haltestellen und in den Bussen auswirken, darüber hat sich die SPD-Kreistagsfraktion auf Initiative ihrer Vorsitzenden Ruth Müller beim Verkehrsunternehmen Amberger in Rottenburg.
Hans Amberger, Chef des eines Unternehmens mit mehr als 30 Bussen erläuterte die Problematik. "Sind auf einer Linie 90 Prozent der Fahrgäste Schüler und Auszubildende und nur der kleine Rest sonstige Fahrgäste, kennt man auf dieser Strecke nahezu alle Reisende namentlich." Diese persönliche Bindung an die Kundschaft führe dazu, dass Personen mit eingeschränkter Mobilität ohnehin bereits bekannt seien. Sollte dies im Ausnahmefall nicht der Fall sein, werde das Busunternehmen vorher informiert, sodass ein geeignetes Fahrzeug mühelos eingesetzt werden könne. In der Praxis begebe sich kein Fahrgast auf gut Glück mit dem Rollstuhl an eine Bushaltestelle. Eine generelle Verpflichtung, auf allen Linien barrierefreie Busse einzusetzen, führe nicht nur zu einer unzumutbaren Gängelung der Unternehmer, es müsse sich letztlich auch ungünstig auf die Fahrpreise auswirken. Für kleinere Verkehrsbetriebe mit nur wenigen Fahrzeugen bedeute dies im Extremfall den Ausschluss aus dem Linienverkehr. Amberger erläuterte die wirklichen Notwendigkeiten am Beispiel seines Unternehmens: Von 26 im Linienverkehr eingesetzten Bussen seien 14 barrierefrei ausgerüstet; tatsächlicher Bedarf bestehe derzeit allerdings nur für einen.
Der Neufahrner Bürgermeister Bernhard Zauner sprach sich dafür aus, dieses Thema praxisorientiert und ohne ideologische Scheuklappen anzugehen. Man müsse die von der EU-Richtlinie vorgegebenen Spielräume nutzen und den Verkehrsunternehmen die nötige Eigenverantwortung zubilligen. Ruth Müller sprach in diesem Zusammenhang noch die Notwenigkeit an, auch die Haltestellen und ihre Zuwege behindertengerecht auszubauen. Da sich bauliche Anlagen nicht so häufig änderten wie die Ausstattung von Fahrzeugen, sei hier ein besonders enges Miteinander erforderlich. Menschen mit Behinderung, ihre Beauftragten, Gebietskörperschaften, Planer und Verkehrsunternehmen müssten in vertrauensvoller Zusammenarbeit die Prioritäten bestimmen. Auch Hans Amberger sprach sich dafür aus, die Haltestellung sukzessive bedarfsgerecht auszubauen.
Stellvertretende Landrätin Christel Engelhard nutzte die Gelegenheit, eine Lanze für den öffentlichen Personenverkehr insgesamt zu brechen. Sie ist der Meinung, das System des Anrufsammelstaxis, wie es nun seit einigen Jahren sehr erfolgreich in Vilsbiburg betrieben werden, lasse sich auch auf die zentralen Orte im nördlichen Landkreis Landshut übertragen. Möglicherweise sei auch ein Flexibus eine gute Lösung. Ein solcher habe im Raum Günzburg für enorme Zuwächse bei den Fahrgastzahlen gesorgt. Man dürfe nicht vergessen, dass ein gut funktionierendes Angebot an öffentlichen Verkehrsleistungen oftmals ein entscheidenes Argument für Neuansiedlungen in den Bereichen Wohnen und Gewerbe sein könne.

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.