Ausstellungseröffnung in Geiselhöring am 7. Mai
Die Sudetendeutschen Sozialdemokraten - Von der DSAP zur Seliger-Gemeinde
„Die bewegte Geschichte aufrechter Kämpfer. Für Demokratie und gegen Faschismus. Für Völkerverständigung, gegen Nationalismus und Ignoranz“, so fasst Karl Garscha vom Bundesvorstand der Seliger-Gemeinde die Inhalte der Ausstellung „Die Sudetendeutschen Sozialdemokraten - Von der DSAP zur Seliger-Gemeinde“ zusammen, die am kommenden Montag, den 7. Mai um 19.30 Uhr im Pfarrsaal der evangelischen Kirche in Geiselhöring eröffnet wird. Karl Garscha führt persönlich durch die Ausstellung und stellt sich den Fragen der Besucher.
„Angesichts bisweilen undifferenzierter öffentlicher Diskussionen der Themen Widerstand, Flucht und Vertreibung ist die Erinnerung auch heute, 67 Jahre nach Kriegsende, wertvoll und wichtig, insbesondere da Vertreibung und Migration immer noch hoch aktuell sind“, so Rainer Pasta, Sprecher des SPD-Arbeitskreises Labertal, der die Ausstellung ins Labertal geholt hat. „Wie nach Kriegsende stehen wir heute vor einem Integrationsprozess, denn auch heute kommen Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen zu uns, die eine eigene Geschichte, eine eigene Kultur und eine Reihe von Kenntnissen und Fähigkeiten mit sich bringen, die unsere Gesellschaft bereichern können“, so Pasta weiter. „Deshalb ergeht die Einladung zur Ausstellungseröffnung insbesondere auch an alle Neubürger aus den rund 30 verschiedenen Ländern, die in Geiselhöring leben“.
Eindringlich geschieht die Auseinandersetzung mit Flucht und Vertreibung, aber auch mit Aussöhnung und Zusammenhalt in der zweisprachig gestalteten Ausstellung, die unter maßgeblicher Beteiligung des Journalisten Georg Schatz alias Pit Fiedler unter der Trägerschaft der Seliger-Gemeinde entstanden ist. Die Ausstellung erzählt in Auszügen die Geschichte der im Jahre 1919 von Josef Seliger gegründeten Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) und der unter dem NS-Regime daraus erwachsenen „Treuegemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten im Exil“ und dokumentiert schließlich die Entstehung der Seliger-Gemeinde im Jahre 1951, die die Nachfolge der Treuegemeinschaft antrat. Der besondere Schwerpunktliegt in Geiselhöring auf den Bereichen Vertreibung und Integration.
Der Straubinger SPD-Bürgermeister Hans Lohmeier eröffnet mit der Geiselhöringer SPD die Ausstellung, die anschließend – mit wechselnden Schwerpunkten - auch in Rottenburg, Vilsbiburg, Mallersdorf, Kelheim und in Schierling gezeigt wird. Den Abschluss der Reihe bildet Regensburg, wo gerade passend zum 120-jährigen Jubiläum der BayernSPD die Ausstellung an die prägenden Einflüsse der sudetendeutschen Sozialdemokraten auf die Entwicklung der SPD in Bayern erinnert. In Geiselhöring ist die Ausstellung bis zum 20 Mai, täglich von 9-18 Uhr zu sehen.