Studiengebühren - NEIN DANKE!

Veröffentlicht am 11.10.2011 in Allgemein

Im Landtag: Schierliner SPD übergibt Unterschriften an Marcus Rinderspacher

Eine größere Freude konnte die Schierlinger SPD-Delegation dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Marcus Rinderspacher, nicht machen. Die SPD-Ortsvorsitzende Madlen Melzer überreichte ihm zusammen mit Marktrat Armin Buchner und Martin Auer am Sonntag im Plenarsaal des Bayerischen Landtages gleich 130 Unterschriften von Besucherinnen und Besuchern des Schierlinger Herbstmarktes für eine Petition zur Abschaffung der Studiengebühren in Bayern. Der SPD-Ortsverein zeigte sich mit der Aktion als regelrechter „Frühstarter“, denn die Kampagne der SPD-Landtagsfraktion soll eigentlich erst zu Beginn des Wintersemesters in Fahrt kommen. Madlen Melzer berichtete über die große Resonanz bei Jung und Alt. Selbst die Omas und Opas wollten nicht fehlen, wenn es um die Zukunftschancen ihrer Enkelkinder gehe. Viele könnten nicht verstehen, dass die CSU-Staatsregierung fast zeitgleich mit den Milliarden, die aus Bayern über die Landesbank nach Kärnten geflossen seien, damit begonnen habe, in Bayern die Landeskinder durch die „Uni-Maut“ bzw. Studiengebühren abzukassieren, ergänzte Armin Buchner.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Marcus Rinderspacher bedankte sich bei den Bürgerinnen und Bürgern in Schierling und Umgebung, die mit ihrer Unterschrift gegen ein „zum Himmel schreiendes Unrecht an der jungen Generation“ protestiert hätten. Eine Gesellschaft, die die Bildungschancen junger Menschen vom Geldbeutel ihrer Eltern abhängig mache, setze ihre Zukunft aufs Spiel. Ein Staat der die Studierenden abkassiere, vergeude viele Talente der nachfolgenden Generationen, betonte er. Mehr denn je seien junge Menschen auf gute Ausbildung und hohe Qualifikationen angewiesen. Marcus Rinderspacher bat um die weitere Sammlung von Unterschriften. Madlen Melzer versprach, den Petitionsaufruf weiter zu verbreiten. Ein Link auf der Homepage des SPD-Ortsvereins www.spd-schierling.de macht auch den Online- Eintrag in die Massenpetition möglich. Für die online- Unterstützung hat die SPD- Landtagsfraktion eine eigene Homepage ins Netz gestellt: www.studiengebuehren- neindanke.de

Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft -
Sozialdemokraten wissen es seit über hundert Jahren: Bildung und Ausbildung dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen! Daher sorgten sie schon vor über 35 Jahren für die Chancengleichheit auf dem Bildungssektor. Das im Jahr 1976 verabschiedete Hochschulrahmengesetz der sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt sah die Erhebung von Studiengebühren nicht mehr vor. Vor allem die Kinder aus Arbeiterfamilien konnten sich deshalb häufig den Hochschulbesuch nicht leisten. Mit der Einführung des BAföG vor vierzig Jahren durch Willy Brandt und mit der Einführung der Studiengebührenfreiheit vor 35 Jahren durch Helmut Schmidt ging der Jahrzehnte alte sozialdemokratische Traum von sozialer Bildungsgerechtigkeit für die begabten Kinder aus den unteren Einkommensschichten in Erfüllung. Der Anteil der Kinder, besonders der
Mädchen, aus Arbeiter- und Angestelltenfamilien stieg deutlich an. Leider kam es vor fünf Jahren zum „roll back“, als die CSU die Erhebung von Studiengebühren bzw. einer „Hochschul- Maut“ einführte. Denn beim Schröpfen der kleinen Leute durch Maut- Gebühren kennt sich die CSU eben aus. Sie ist eben beim Griff in den Geldbeutel der kleinen Leute einfach den Menschen am nächsten.

Aber die bildungspolitische Programmatik der Chancengerechtigkeit reicht weiter zurück. Es war der Sozialdemokrat und Vater der Bayerischen Verfassung, Ministerpräsident Wilhelm Hoegner, der vor 65 Jahren im Artikel 128 festschrieb:
„(1) Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch darauf, eine seinen erkennbaren Fähigkeiten und seiner inneren Berufung entsprechende Ausbildung zu erhalten.
(2) Begabten ist der Besuch von Schulen und Hochschulen, nötigenfalls aus öffentlichen Mitteln, zu ermöglichen.“

Zwanzig Jahre später, 1966, betonte der langjährige Vorsitzende der BayernSPD, Waldemar von Knoeringen (+ 1971) mit seinen Co- Autoren in dem Buch „Mobilisierung der Demokratie“ die Notwendigkeit der Umsetzung dieses Verfassungsgrundsatzes in die Verfassungswirklichkeit: „Gleiche Bildungschancen gibt es nur, wenn auch die sozialen Mindestbedingungen für die Wahrnehmung dieser Chancen gegeben sind. Die Frage nach der Bildung wird zur Frage nach den sozialen, nach den materiellen Möglichkeiten. Die demokratische Bildungsgesellschaft ist an die soziale Gerechtigkeit gebunden, sie muß Stückwerk bleiben, solange das seelische, geistige und moralische Wachstum großer Schichten dem Zufall materiell gesicherter und sozial gehobener Lebensverhältnisse anheim gestellt ist. Bildungsreform ist daher auch Sozialreform.“

Man sieht, die BayernSPD und die SchierlingerSPD bleiben ihrer Geschichte, ihrer Programmatik und ihren Vorkämpfern treu, indem sie für ihren Ruf nach Bildungsgerechtigkeit und für eine Abschaffung der Studiengebühren aktiv eintreten.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.