SPD fordert garantierte wohnortnahe Versorgung
Die zunehmende Überalterung der Allgemeinärzte und das Problem, Nachfolger für die Hausarztpraxen zu finden hat der Oberpfälzer SPD-Abgeordnete Reinhold Strobl zum Thema einer Anfrage im Bayerischen Landtag gemacht. Nach Angaben des Bayerischen Hausärzteverbands sind bereits mehr als 4000 der 7500 Hausärzte in Bayern älter als 55 Jahre. Tendenz steigend. „Damit droht das Problem einer Unterversorgung für die Patienten speziell in den ländlichen Gebieten Bayerns“, betont Strobl. „Es besteht die Gefahr, dass Hausarztpraxen geschlossen werden müssen, weil ältere Ärzte keine Nachfolger für die Weiterführung ihrer Praxis gewinnen könnten."
Dies wird durch die Aufkündigung des Gesetzes zu den Hausarztverträgen im Bund weiter erschwert, da angesichts mangelnder finanzieller Zukunftsperspektiven der Nachwuchs bei den Hausärzten nur schwer zu rekrutieren sein wird.
Insbesondere interessiert Strobl, wie Ministerpräsident Horst Seehofer der praktischen Rücknahme des seit 01.01.2009 bestehenden bundesweiten Gesetzes durch FDP-Gesundheitsminister Rösler zustimmen konnte, in dem die Krankenkassen verpflichtet wurden, außerhalb des Systems der Kassenärztlichen Vereinigung mit den Hausärzten so genannte Hausarztverträge abzuschließen. „Dieses Gesetz war notwendig gewesen, die Tätigkeit als Hausarzt auch finanziell angemessen zu honorieren. Jetzt droht uns angesichts der Überalterung der Hausärzte, dass niemand mehr bereit ist, die Praxen von Allgemeinärzten zu übernehmen, weil diese Tätigkeit einerseits viel Einsatz verlangt, andererseits aber finanziell nicht entsprechend honoriert wird“, so Strobl.
Die Allgemeinärzte seinen als erste Anlaufstelle der Patienten von entscheidender Bedeutung für die Qualität des gesamte Gesundheitssystems, so der Abgeordnete. „Gerade in der Oberpfalz können wir uns Lücken im Versorgungsnetz nicht leisten. Gerade angesichts der zunehmenden Zahl von älteren Menschen, die auf gute und rasche ärztliche Hilfe angewiesen sind muss sichergestellt sein, dass eine wohnortnahe Versorgung garantiert ist. Wie die Staatsregierung dieses Problem anzugehen gedenkt, ist das Thema meiner Anfrage.“