Weltfrauentag am 8. März

Veröffentlicht am 10.03.2010 in Allgemein

Brot und Rosen gab´s in Geiselhöring

Einer mittlerweile hundertjährigen weltweiten Tradition folgend, verteilte der SPD Ortsverein Geiselhöring am vergangenen Samstag anläßlich des Weltfrauentags "Brot und Rosen" an Passantinnen und an die Verkäuferinnen der Geiselhöringer Geschäfte.

1908 traten die Arbeiterinnen der Textilfabrik "Cotton" in New York in Streik, um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu fordern. Die Fabrikbesitzer und Aufseher schlossen die Frauen in die Fabrik ein, um den Kontakt und die Solidarisierung mit anderen Belegschaften zu verhindern. Als plötzlich ein Feuer ausbrach, starben 129 Arbeiterinnen in den Flammen. Initiiert durch Clara Zetkin (1857- 1933) fand der erste Internationale Frauentag 1911 statt. Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA beteiligten sich.

Einen starken Rückschritt brachte in Deutschland die NS- Ideologie von der Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter. Während des Dritten Reiches war der Frauentag verboten und wurde durch den Muttertag ersetzt. In der BRD wurde der Frauentag erst in den späten 60er Jahren von der neuen, autonomen Frauenbewegung wiederbelebt. Der 8. März wurde zu einer wichtigen Plattform der Frauenbewegung.

Die Geiselhöringer SPD greift diese Tradition alljährlich wieder auf: Um den Weltfrauentag verteilen die Genossinnen und Genossen Brot und Rosen an die Passantinnen am Geiselhöringer Stadtplatz und in den Geschäften – so auch wieder in diesem Jahr am vergangenen Samstag.

Und woher kommt der Brauch, Frauen am 8. März anlässlich des Frauentags mit einer Brot und roten Rosen zu beschenken?

"Brot und Rosen" – erstmals im Jahr 1912 in einem Lied besungen, anlässlich eines Streiks von 14.000 Textilarbeiterinnen in Lawrence, USA gegen die Hungerlöhne und die Kinderarbeit. Dieser Streik, in dem Frauen besonders entschieden für ihre Interessen kämpften, wurde durch zahlreiche Lieder berühmt, die sie auf den Demonstrationen, vor den Werkstoren und in der Stadt sangen.

Brot steht dabei für:
* Recht auf Arbeit
* Gerechte Entlohnung
* Gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen
* Menschengerechte Arbeitsbedingungen
* Berufliche Entfaltung und Fortentwicklung
* Eigenständige soziale Sicherung für die Frau

Die Rosen stehen für:
* Die Möglichkeit, mit Kindern zu leben und berufstätig zu sein
* Familiengerechte Arbeitszeiten
* Die Befriedigung kultureller Bedürfnisse
* Eine menschenwürdige Wohn- und Lebensumwelt
* Humane Politikformen
* Toleranz und Frieden

Frauen kämpfen heute immer noch für Gleichberechtigung und gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

Die Geiselhöringer SPD bietet Frauen, wie Männern, eine Plattform zur politischen Willensbildung und zur aktiven Beteiligung am politischen und gesellschaftlichen Leben in unserer Stadt. Gerne laden wir Sie ein zum politischen Stammtisch und den offenen Fraktionssitzungen der SPD in Geiselhöring - die jeweiligen Termine erfahren Sie in der Tagespresse. Wir freuen uns auf Sie!

Brot und Rosen

Wenn wir zusammen gehen
Geht mit uns ein schöner Tag
Durch all die dunklen Küchen
Und wo grau ein Werkshof lag
Beginnt plötzlich die Sonne
Unsre arme Welt zu kosen
Und jeder hört uns singen
Brot und Rosen

Wenn wir zusammen gehen
Kämpfen wir auch für den Mann
Weil unbemuttert kein Mensch
Auf die Erde kommen kann
Und wenn ein Leben mehr ist
Als nur Arbeit, Schweiß und Bauch
Wollen wir mehr - gebt uns Brot
Doch gebt die Rosen auch

Wenn wir zusammen gehen
Gehen unsre Toten mit
Ihr unerhörter Schrei nach Brot
Schreit auch durch unser Lied
Sie hatten für die Schönheit,
Liebe, Kunst erschöpft nie Ruh
Drum kämpfen wir ums Brot
Und woll'n die Rosen dazu.

Wenn wir zusammen gehen
Kommt mit uns ein bessrer Tag
Die Frauen, die sich wehren
Wehren aller Menschen Plag
Zuende sei, dass kleine Leute
Schuften für die Großen
Her mit dem ganzen Leben:
Brot und Rosen
Her mit dem ganzen Leben

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.