SPD fordert Stärkung der Tariftreue und Einschränkung der Leiharbeit

Veröffentlicht am 11.04.2010 in Bundespolitik

In Deutschland steigt der Druck, für ordentliche Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen. Die Tarifbindung von Unternehmen ist auf einem historisch niedrigen Niveau. Schlecht abgesicherte und schlecht bezahlte Arbeit nimmt zu. Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leben in unsicheren Verhältnissen. Deshalb fordern die Pressesprecher der Niederbayern-SPD Ruth Müller und Dr. Bernd Vilsmeier zusammen mit der Generalsekretärin der Bayern-SPD Natascha Kohnen diese Missstände zu beseitigen und für faire Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen.

Nach einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiten nur noch 52 % aller Beschäftigten in Unternehmen mit einem Branchentarifvertrag. Immer mehr Unternehmen entziehen sich der Tarifbindung und zahlen zunehmend nur noch Dumpinglöhne. Sie bringen damit tariftreue Unternehmen in Bedrängnis und verstoßen gegen einen fairen Wettbewerb.
Besonders krass ist die Entwicklung in der Leiharbeit. Rund 77 % aller Beschäftigten in der Leiharbeitsbranche erhalten trotz Vollzeit nur einen Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle. Jeder siebte bis achte Beschäftigte ist auf zusätzliches Arbeitslosengeld II angewiesen.
Dazu kommt, dass 2008 2,7 Millionen oder 8,9 % der Beschäftigten zwischen 15 und 65 nur zeitlich befristet angestellt sind. Inzwischen erhält fast jeder zweite Beschäftigte laut IAB zunächst nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Berufseinsteiger und junge Menschen, hier vor allem Frauen.
Deshalb brauchen wir mehr Ordnung am Arbeitsmarkt fordert die Niederbayern-SPD: Die Tarifbindung muss gesetzlich gestärkt werden, indem Tarifverträge leichter für allgemeinverbindlich erklärt werden können. Für die Leiharbeit muss gelten: Gleiches Geld für gleiche Arbeit. Als Modell könnte hier Frankreich dienen, wo gleicher Lohn für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag gilt und sogar noch Zuschläge von 10 bis 15 Prozent bezahlt werden müssen; damit soll die zeitliche Begrenzung der Arbeit für den Leiharbeiter ausgeglichen werden und der Zweck der Leiharbeit, vorübergehende Arbeitsspitzen aufzufangen, unterstrichen werden. Leider dient die Leiharbeit in Deutschland eher dazu Tarifverträge zu unterlaufen und Lohndumping zu betreiben, was durch Pseudotarifverträge durch die so genannten arbeitgeberfreundlichen „Christlichen Gewerkschaften“ ermöglicht wurde.
Befristete Arbeitsverhältnisse ohne sachliche Gründe müssen verboten werden. Die Verträge bei Leiharbeitsunternehmen müssen unbefristet sein und dürfen nicht auf den Einsatz in einem Betrieb befristet werden. Und Deutschland braucht einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro fordern die niederbayerischen Genossinnen und Genossen.

Foto: Fordern Missstände zu beseitigen und ordentliche Verhältnisse am Arbeitsmarkt: Die Pressesprecher der SPD-Niederbayern Ruth Müller (li.) und Dr. Bernd Vilsmeier (re.) zusammen mit der Generalsekretärin der Bayern SPD Natascha Kohnen (mitte).

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.