Schulentwicklung für Kommunen nicht kalkulierbar

Veröffentlicht am 17.04.2009 in Bildung

Die Teilnehmer der SPD-Bildungskonferenz mit Kreisvorsitzender Ruth Müller (links).

SPD diskutiert Geburtenzahlen und Übertrittsquoten bei Regionaler Schulkonferenz

Rottenburg / Hohenthann / Pfeffenhausen. Die Auswirkungen der demographischen Entwicklung im Hinblick auf die Schulen vor Ort diskutierten die Mitglieder der SPD-Ortsvereine im nördlichen Landkreis Landshut kürzlich gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer. Die Kreisvorsitzende der SPD, Ruth Müller hatte umfangreiches statistisches Material an die Mitglieder in den Ortsvereinen Hohenthann, Rottenburg, Pfeffenhausen und Obersüßbach verteilt, um so die Schulsituation in der Zukunft für die Region zu analysieren. Im Gasthaus Burger in Oberhatzkofen trafen sich die SPD-Mitglieder, um anhand einer Power-Point-Präsentation zum einen ihre Schule vor Ort vorzustellen aber auch, um die Geburten- und Übertrittsentwicklung darzulegen.

MdL Johanna Werner-Muggendorfer ging in ihrem Grußwort auf die zahlreichen Änderungen in der bayerischen Bildungslandschaft ein. Das Übertrittsverfahren wird zum Schuljahr 2009 / 2010 geändert. Neben der Freigabe des Elternwillens sei aber festzustellen, dass der Übertritt nun wohl durch die Einführung der Gelenkklassen auf drei Schuljahre verteilt erfolge. Was man einem Kind damit antue, das man auf eine weiterführende Schule schicke und dann später wieder zurückstufe, könnten sich wohl nur Eltern und Lehrer vorstellen, scheinbar nicht das Kultusministerium. Im bayerischen Schulverteilungssystem werde es wohl auch in Zukunft wieder Gewinner und Verlierer geben, sowohl bei den Schülern als auch bei den Schularten, machte Muggendorfer deutlich. Die Kommunen wüssten wieder einmal nicht, was auf sie zukomme, stellte Ruth Müller fest, denn auch die geplanten Kooperationsmodelle seien bei einer genauen Betrachtungsweise im Raum Rottenburg – Hohenthann – Pfeffenhausen gar nicht machbar: Voraussetzung dafür sei nämlich, dass eine Realschule und eine Hauptschule in räumlicher Nähe lägen und als Ganztagsschule geführt würden.

Die Hohenthanner Ortsvorsitzende Christine Erbinger berichtete, dass es seit diesem Schuljahr keinen Hauptschulstandort Hohenthann mehr gäbe. Im Rahmen der Kooperation mit Rottenburg würden derzeit nur noch die 5. und 6. Klassen in Hohenthann unterrrichtet. Die Besuchsquoten für weiterführende Schulen lägen in Hohenthann bei 43,8% an die Realschulen und bei 19,6% auf ein Gymnasium. Die Geburtenzahlen in Hohenthann seien mit rund 40 – 45 Geburten in den letzten Jahren stabil geblieben, was natürlich auch auf die großen Neubaugebiete zurückzuführen sei.

Der Fraktionsvorsitzende der SDP im Rottenburger Stadtrat, Hans Weigl hatte die Zahlen für Rottenburg parat: Im Jahr 2004 habe man 89 Geburten gehabt, in den Folgejahren seien sie gesunken. Die Rottenburger Hauptschule ist derzeit durch die Kooperation mit Hohenthann gesichert. Allerdings habe man in Rottenburg zwei Hauptschulen – eine davon sei die private Hauptschule der Salesiannerinnen in Oberroning mit sieben Hauptschulklassen. In Rottenburg befinden sich 9 Hauptschulklassen und 13 Grundschulklassen.

Rund 63% der Rottenburger Kinder besuchen die Realschule oder das Gymnasium.

Für die Gemeinde Pfeffenhausen stellte Altbürgermeister Arno Wolf die Volksschule und die aktuellen Geburtenzahlen vor: Rechtzeitig habe man begonnen, wechselnde M-Züge gemeinsam mit Rottenburg anzubieten und auch die Weichen für die Ganztagsschule gestellt. An dieser Stelle bedankte er sich bei der Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer, die die Pfeffenhausener frühzeitig über diese Möglichkeit informiert hatte. Allerdings sei die Zahl der Geburten – wie im gesamten Landkreis auch – rückläufig: Im Millenium-Jahr habe man einen Höchststand mit 60 Geburten gehabt – in den folgenden Jahren lag man zwischen 33 und 45 Geburten. Über 60% der Pfeffenhausener Kinder besuchen eine weiterführende Schule – mit den Realschulen in Rottenburg und Oberroning und den Gymnasien in Furth und Mainburg hätten die Eltern Wahlmöglichkeiten. In Obersüßbach gebe es nur noch eine Grundschule mit vier Klassen. Ein Blick in die Geburtenstatistik zeige, dass wohl in den nächsten Jahren bei einer Klassenstärke von mindestens 15 Kindern pro Jahrgang eine Klasse gebildet werden könne. 57% der Obersüßbacher Kinder würden nach der Grundschule auf eine weiterführende Schule wechseln, die anderen Schüler seien dann in der Hauptschule Pfeffenhausen, da man hier einen Schulverband habe.

In der gesamten Region gingen die Geburten in den vergangenen Jahren zurück. Von rund 200 Kindern im Jahr 2000 auf rund 180 im Jahr 2008, was einem Rückgang von 10% entspreche. Im Jahr 2006 war der Einbruch noch deutlicher – es wurden nur rund 150 Kinder geboren.

Im Landkreis Landshut sei eine ähnliche Entwicklung festzustellen – wurden im Jahr 2000 noch über 1.500 Kinder geboren, so waren es bis Ende November 2008 nur noch rund 1.200 Kinder. Wie sich das auf die Zukunft der Hauptschulen im ländlichen Raum auswirke, könne man sich leicht ausrechnen, stellte Ruth Müller fest.

In einem Gespräch mit der niederbayerischen Vorsitzenden des BLLV habe diese prognostiziert, dass von den derzeit 18 Hauptschulstandorten im Landkreis Landshut auf Dauer wohl nur noch 6 – 8 übrig bleiben werden.

Johanna Werner-Muggendorfer appellierte an die anwesenden Kommunalpolitiker, sich für die regionale Schulentwicklung stark zu machen. Das Modell der „Regionalschule“ sehe vor, dass an den bisherigen Hauptschulen der Realschulabschluss gemacht werden könne. In Baden-Württemberg gebe es das sehr erfolgreiche Modell der „Werkrealschule“ – dort habe man sich vom dreigliedrigen Schulsystem bereits verabschiedet. Die Idee der „Regionalen Schulkonferenz“ sei hervorragend, lobte die Landtagsabgeordnete das Zusammentreffen. Ein Blick über den Tellerrand mit dem umfangreichen Zahlenmaterial sie so möglich und eröffne Perspektiven für die Zukunft.

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

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120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.