Neujahrsgruß aus dem Willy-Brandt-Haus

Veröffentlicht am 31.12.2009 in Allgemein

Liebe Genossinnen, liebe Genossen

2009 war ein schweres Jahr für die deutsche Sozialdemokratie. Wir haben harte Wahlkämpfe und bittere Wahlniederlagen hinter uns. Die Bundestagswahl war eine Zäsur. Nach elf Jahren in der Regierungsverantwortung ist unsere neue Aufgabe in der Bundespolitik die Opposition. Wir werden sie engagiert angehen.

Die kommenden Jahre stellen unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Wir sind überzeugt, dass die Antworten darauf sozialdemokratisch sein müssen, wenn unsere Wirtschaft erfolgreich sein und der Sozialstaat erhalten werden soll.

Die so genannte „Wunschkoalition Schwarz-Gelb“ hatte einen denkbar schlechten Start: Zuerst das Gezerre um die Verschuldung und einen Sonderfonds, dann die Streitereien um die Mehrwertsteuerentlastung für Hoteliers und schließlich die ernste Auseinandersetzung um Bombardierung zweier Tanklastzüge in Afghanistan. Sie hat Franz-Josef Jung sein Amt gekostet, und Freiherr zu Guttenberg hat mit seinen widersprüchlichen Äußerungen bis jetzt nichts zur Aufklärung beigetragen. Bislang steht Schwarz-Gelb für Unseriosität, für Klientelpolitik und für feiges Wegducken vor der Wirklichkeit. Unser Land hat etwas Besseres verdient.

Wir werden zeigen, dass wir die überzeugendere Alternative sind. Wir werden deshalb in den kommenden zwei Jahren in politischen Zukunftswerkstätten gemeinsam mit Expertinnen und Experten und Bürgerinnen und Bürgern an den Antworten für Morgen arbeiten. Wir wollen Politik im Diskurs entwickeln, Menschen mitnehmen und überzeugen und so die Meinungsführerschaft in der politischen Debatte wiedergewinnen. Dazu werden wir die Partei nach innen und nach außen öffnen.

Wir wollen einen ehrlichen Dialog führen, alte Partner, wie die Gewerkschaften, wieder näher an uns binden und neue Partner hinzu gewinnen. In unserem Arbeitsprogramm, das wir Mitte Januar beschließen werden, kannst du lesen, wie wir uns das vorstellen.

Eine wichtige Aufgabe der nächsten Monate wird die Auseinandersetzung mit der CDU/FDP-Koalition in Nordrhein-Westfalen im Vorfeld der Landtagswahl sein. Die Bundesregierung hat jetzt schon angekündigt, dass sie alle unangenehmen Entscheidungen auf die Zeit danach vertagen wird, um die Wahlchancen von Rüttgers und Co. nicht zu gefährden. Wir sind sicher, dass die Wählerinnen und Wähler dieses taktische Spiel durchschauen und auch quittieren werden.

Unser Maßstab für gute Politik ist nicht der maximale Klienteleffekt, sondern das Gemeinwohl. Als linke Volkspartei der Mitte kümmern wir uns um die Sorgen und Nöte vieler Bürgerinnen und Bürger – materiell wie ideell. Wir wollen eine Gesellschaft, die reich ist – reich an Ideen, reich an Chancen, reich an Freiheit, reich an Solidarität. Dafür werden wir auch im kommenden Jahr streiten.

Das wird uns umso besser gelingen, je enger wir in der Partei zusammenarbeiten. Wir wollen eine SPD, in der sich nicht nur alle theoretisch einmischen können, sondern in der das auch praktisch geschieht. Dazu werden wir immer wieder Anlässe schaffen, wie beispielsweise die aktuelle Befragung zur Wahlanalyse oder Abstimmungen über bestimmte Themen. Aber am Ziel sind wir erst, wenn wir in der Partei die großen Zukunftsfragen offen und solidarisch miteinander debattieren und dabei alle zu Wort kommen und gehört werden. Meinungsführerschaft im gesellschaftlichen Diskurs setzt eine lebendige, umfassende Debatte in der Partei voraus. Darauf freuen wir uns.

Wir danken euch für alles, was ihr für die Partei im vergangenen Jahr geleistet habt und bitten euch um eure Mitarbeit bei den vor uns liegenden Aufgaben. Nur gemeinsam sind wir stark!

Wir wünschen einen guten Start ins Jahr 2010 und alles Gute!

Sigmar Gabriel, Parteivorsitzender,
Andrea Nahles, Generalsekretärin

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.