Netzwerk-Report 72

Veröffentlicht am 26.02.2009 in Kreistagsfraktion

in der Kreistagssitzung am Montag, 24. November 2008 sind wichtige Vorentscheidungen für das Bildungsangebot im Landkreis Landshut gefallen. Obwohl zu dem Punkt keine Abstimmung erfolgt ist, scheint wohl eines klar zu sein:

Der Landkreis Landshut errichtet ein neues Gymnasium!

In der letzten Woche wurde durch lancierte Presseberichte der Eindruck erweckt, als verabschiede sich der Landkreis leise weinend von dem Projekt. Wie die beiden Experten, Josef Kraus als Leiter des Vilsbiburger Gymnasiums und der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Niederbayern, Klaus Drauschke, in der heutigen Sitzung erläuterten, sei der Rückgang der Schülerzahlen in den nächsten Jahren nur ein Aspekt. Man müsse auch die Anforderungen des Arbeitsmarktes in unserem Raum in Betracht ziehen. Und hier fehlten qualifizierte Kräfte im akademischen Bereich gerade in den naturwissenschaftlichen und technologischen Fachrichtungen. Darüber hinaus gebe es in der großen Zahl der Realschüler ein hohes Potenzial von Schülern, die von ihren Fähigkeiten auch das Gymnasium besuchen könnten. Und sie werden es tun, wenn sich Realschule und Hauptschule in irgendeiner Form annähern. (Hört, hört! Ist das nicht eine vorsichtige Abwendung von dem scheinbar in Erz gegossenen dreigliedrigen Schulsystem?)
Ein Landkreisgymnasium mit rund 750 Schülerinnen und Schülern wird dann Erfolg haben, wenn

* die Übertrittsquote an die Gymnasien im Landkreis Landshut zumindest auf den bayerischen Durchschnitt angehoben wird (das wollen wir doch alle!),
* die bisherigen Gymnasien unterschiedlich hoch entlastet werden (Originalton Drauschke: Das Hans-Leinberger-Gymnasium ist als Schule nicht mehr vernünftig!),
* die neue Schule naturwissenschaftlich und sprachlich profiliert ist (siehe Arbeitsmarkt!),
* der Einzug in den Neubau zugleich mit mindestens den unteren vier Jahrgangsstufen startet (also 2009/2010 provisorisch irgendwo anfangen!) und
* ein Ganztagsangebot idealerweise in Form einer gebundenen Ganztagsschule angestrebt wird. (Auch das ist ein bildungspolitisches Ziel der SPD.)

Nachdem der Tagesordnungspunkt durch Beschluss es Kreistages richtigerweise aus der nichtöffentlichen Sitzung in den öffentlichen Teil transferiert wurde, mangelte es nicht an Wortmeldungen. Unsere Fraktionsvorsitzende Ruth Müller bereicherte die Diskussion durch folgenden Beitrag:

Blue-Ocean-Strategie für Bildungspolitik im Landkreis Landshut

In der ganzen Diskussion um den Neubau eines weiteren Gymnasiums im Landkreis Landshut geht es um Standorte, Wirtschaftsvorteile der bewerbenden Gemeinden und auch darum, wie ein neues Gymnasium Schüler aus anderen Schulen rekrutieren könnte. Als SPD-Fraktion möchten wir jedoch keinen Kampf um Standorte oder um Schüler führen. Wir kämpfen für die beste Bildung unserer Schülerinnen und Schüler im Landkreis Landshut und nutzen dazu die „Blue-Ocean-Strategie.“

Die ersten Politiker haben sich ja bereits feiern lassen, dass es ihnen gelungen ist, die Zusage für ein Landkreisgymnasium an Land zu ziehen. Zwar reichlich spät, aber immerhin. Doch was jetzt tun mit dieser Zusage? Ein Geschenk des Ministeriums ablehnen? Mit welcher Begründung?

Wir sind uns darin einig, dass es uns wichtig ist, möglichst vielen Menschen den Zugang zum Abitur zu ermöglichen. Bildung darf nicht davon abhängen, ob es sich die Eltern leisten können oder ob die Infrastruktur passt. Ein Blick in den Landkreis Starnberg zeigt uns, dass kurze Wege auch entsprechend hohe Übertrittsquoten bringen.

Mit dem Neubau eines herkömmlichen Gymnasiums zementieren wir das dreigliedrige Schulsystem auch im Landkreis Landshut für die nächsten Jahrzehnte. Ein Blick in die Zahlen des SAGS-Gutachtens zeigt uns aber auch auf, dass auch bei steigenden Übertrittsquoten die Schülerzahlen in Zukunft nicht mehr steigen werden.

Aus dem SAGS-Gutachten kann man aber auch herauslesen, dass die Zahl der Realschüler mit 5.359 Schülern in 6 Jahrgangsstufen sogar höher ist als die Zahl der Gymnasiasten mit 5.283 Schülern in 9 bzw. 8 Jahrgangsstufen.

Der Landkreis Landshut sei ein „typischer Realschulstandort“ heißt es immer. Unser Lösungsvorschlag für die Zukunft der Bildung im Landkreis Landshut lässt sich in drei Schritten aufzeigen:

1.) Die sofortige Entlastung der Gymnasien bereits zum Schuljahr 2009 / 2010 anstreben. Hier sollen verlässliche Vereinbarungen mit der Stadt Landshut getroffen werden und kurzfristig die Raumsituation durch das Landkreisgebäude an der Seligenthaler Straße entschärft werden.

2.) Für unsere zahlenmäßig ebenso starken Realschüler den Weg zur Hochschulreife ebnen und bildungspolitisches Neuland in Form eines beruflichen Gymnasiums betreten. Das ist eine echte Alternative zu einem „normalen“ Gymnasium und eröffnet den vielen Realschülern im Landkreis Landshut neue Zukunftschancen. Damit tragen wir auch dem Trend der dualen Studiengänge an den Universitäten Rechnung.

3.) Das Thema „Bildung“ im Landkreis Landshut in einem „Bildungsgremium“ beraten, um so unseren Landkreis Landshut zu einer Modellregion für neue Schulformen zu gestalten. Das brauchen wir auch dringend, um auch die Zukunft unserer Hauptschulen im ländlichen Raum zu überdenken und neu zu ordnen.

Der Landkreis Landshut muss in dieser aktuellen Situation nach der „Blue-Ocean“- Strategie arbeiten:

Wir kämpfen nicht um Standorte und Schüler. Wer sich auf Konkurrenzkämpfe einlässt, hat meistens schon verloren.

Die Blue-Ocean-Strategie schafft dagegen neue Märkte, wo es keine Konkurrenz gibt und erkennt frühzeitig, wo Potentiale liegen und bestimmt so selbst die Regeln der Bildungspolitik, wenn schon aus München keine klaren Regeln vorgegeben werden. Wenn uns dies gelingt, dann haben wir gemeinsam einen Grund zum Feiern.

Nachdem sich nur ein einziger Diskussionsredner gegen den Neubau eines Gymnasiums ausgesprochen hat, ist zu erwarten, dass der Kreistag in seiner Sitzung am 22. Dezember endgültig positiv entscheidet. Gleichzeitig ist auch schon der Standort festzulegen. Nach Lage der Dinge stehen dabei zwei Optionen zur Wahl:

* das Umfeld der Verdichtungsraumes Landshut (Favorit ist hier wohl Ergolding) oder
* der Norden des Landkreises (was dann wohl auf Rottenburg zulaufen würde).

Die Kreistagsfraktionen sind aufgefordert, das Thema nochmals eingehend intern zu beraten. Wir werden dies Anfang Dezember tun.

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.