MdB Werner Schieder lehnt Fiskalpakt ab

Veröffentlicht am 29.06.2012 in Bundespolitik

MdB Werner Schieder

Problematischer Eingriff in die Haushaltsautonomie

Ich lehne den Fiskalpakt ab, weil er politisch falsch, ökonomisch unsinnig und sozial ungerecht ist – und weil er zur Lösung der Eurokrise nicht taugt", erklärte der oberpfälzer Bundestagsabgeordnete Werner Schieder zur aktuellen Entscheidung des Bundestags. "Ich nehme die eindringlichen Warnungen vieler Ökonomen und führender Gewerkschafter, die sich besorgt an uns Bundestagsabgeordnete gewandt haben, ebenso ernst wie diesbezügliche Schreiben von Bürgerinnen und Bürgern. Deshalb stimme ich beim Fiskalpakt mit NEIN."

Werner Schieder erklärt weiter:
Der Fiskalpakt verschärft deutlich die schon im Grundgesetz verankerte „Schuldenbremse“ und ist deswegen ein problematischer Eingriff in die Haushaltsautonomie von Bund und Ländern. Er bedeutet einen weiteren Schritt der Entdemokratisierung Europas: mehr Macht für die EU-Bürokratie ohne parlamentarische Gegenkontrolle. Mit dem Fiskalpakt wird der Zwang zu Ausgabenkürzungen in fast ganz Europa regelrecht institutionalisiert, die Frage gerecht organisierter Steuereinnahmen bleibt völlig ausgeklammert.

Auch ich trete dafür ein, dass öffentliche Haushalte konsolidiert und zu hohe Staatsschuldenquoten wieder zurückgeführt werden. Ohne Wachstum geht das aber nicht. Der Fiskalpakt jedoch ignoriert den engen Zusammenhang von Staatsfinanzen und Konjunktur. Wenn die Wirtschaft schrumpft und der Staat auch noch drastisch kürzt, dann beschleunigt sich die wirtschaftliche Talfahrt. Meine feste Überzeugung ist: prozyklische Haushaltspolitik und anhaltende Ausgabensenkungen führen Europa geradewegs in eine lange Phase von Stagnation und Rezession. Der Fiskalpakt ist eine Wachstumsbremse! Entgegen den naiven Erwartungen der Verfechter des Fiskalpakts wird die Staatsverschuldung nicht sinken! Kurzum: Schuldenabbau geht nur anders: mit Wachstum, Investitionen, guter Arbeit und gerechten Steuern.

Stattdessen wird mit dem Fiskalpakt ein Weg des Sozialabbaus, der
Einschränkung öffentlicher Dienstleistungen, schlechterer Infrastruktur, darbender Kommunalfinanzen, zunehmender Armut und Ungleichheit vorgezeichnet. Und das als Kernstück europäischer Politik! Meine Vorstellung von Europa ist eine andere.

Die Krise im Euroraum spitzt sich gefährlich zu. Ersichtlich ist die
Merkelsche Politik gescheitert. Ihre seit mehr als zwei Jahren verordnete Therapie macht den Patienten nicht gesund, sondern kränker. Ganz Südeuropa stürzt immer mehr in den wirtschaftlichen und sozialen Ruin. Als Folge davon brechen jetzt deutsche Exporte ein, auch für Deutschland kommen die Einschläge näher.

Falsche Diagnosen haben zu schädlichen Rezepten geführt. Nicht laxe
Haushaltspolitik hat uns in die Krise getrieben; vor der Finanzkrise
sind überall in Europa die Staatsschuldenquoten gesunken. Erst infolge der Finanzkrise und der notwendigen Rettungsmaßnahmen der Staaten gingen die Defizite in die Höhe. Dass die Anleger Staatsanleihen nicht mehr trauen, liegt nicht an unsolider Haushaltspolitik, sondern daran, dass die gemeinsame Garantie der Staatsanleihen - zusammen mit der Zentralbank, wie das in allen zivilisierten Ländern der Fall ist (!) - ausdrücklich politisch verweigert wird. Das muss sich dringend ändern.

Die Währungsunion braucht eine Wachstumsperspektive. Das wird zunehmend erkannt. Doch Wachstumsplacebos, die mit künstlich aufgeblähten Zahlen kommuniziert werden, überzeugen mich nicht. Wer Wachstum will, muss die völlig überzogenen und deswegen kontraproduktiven Konsolidierungsprogramme für die Südeuropäer zeitlich strecken, damit die Ökonomien dort wieder atmen können. Und wer Wachstum will, muss – gerade weil auch Deutschland mit Niedriglohnpolitik zu erheblichen Ungleichgewichten in der Währungsunion beigetragen hat - in Deutschland dafür sorgen, dass es ordentliche Löhne und mehr Binnennachfrage gibt.“

 

Homepage SPD Bezirk Oberpfalz

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.