Landkreis-SPD fordert lückenlose Aufklärung zu dezentralen Unterkünften von Asylbewerbern

Veröffentlicht am 22.04.2012 in Kreistagsfraktion

SPD-Kreistagsfraktion fordert mit zwei Anträgen Klarheit zu organisatorischen Fragen der Unterbringung und Aufklärung zum Vorwurf der Klüngelei

„Im Landkreis Landshut darf nicht der Anschein erweckt werden, dass hier Klüngeleien an der Tagesordnung sind“, so Ruth Müller, Kreisvorsitzende der SPD im Landkreis Landshut zur aktuellen Diskussion um die Unterbringung der Asylbewerber. Standen bei der letzten Sitzung des SPD-Kreisvorstands noch die Fragen nach der organisatorischen Handhabung der Unterbringung der Asylbewerber im Mittelpunkt der Diskussion, so hat sich nun eine neue Perspektive ergeben. Deshalb hat die SPD-Fraktion zwei Anträge vorbereitet. Im ersten geht es darum, dass die in den vergangenen Wochen aufgetretenen Unstimmigkeiten und der nicht vorhandene Informationsfluss zwischen den Gemeinden und dem Landratsamt verbessert werden soll. Asylbewerbern und den aufnehmenden Gemeinden muss die Chance eingeräumt werden, Integration möglich zu machen. Mit kurzfristigen Umsiedlungen können beispielsweise angefangene Sprachkurse nicht mehr weiter belegt werden. Bürgermeister Bernd Zauner berichtete in diesem Zusammenhang von verschiedenen Vorfällen in der Gemeinde Neufahrn – angefangen davon, dass er als Bürgermeister nicht von der Ankunft der Asylbewerber informiert war. „Asyl zu suchen ist Menschenrecht“, machte Zauner klar. Menschen fliehen nur dann, wenn das Leben in der eigenen Heimat unerträglich ist. Und umso wichtiger ist es, hier unsere christlichen Grundwerte der Nächstenliebe und des sorgsamen Umgangs miteinander walten zu lassen. Angesichts der Vorwürfe der Klüngelei bei der Unterbringung der Asylbewerber will die SPD im Landkreis Landshut Klarheit haben. Die Kreisräte sollen auf folgenden Fragenkatalog Antworten aus dem Landratsamt bekommen:
  • Auflistung der Bewerber, die Wohnraum für die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung stellen wollten samt Adresse der angebotenen Gebäude (Datum des Angebotseingangs)
  • Sämtliche Eigentümer / Vermieter des Wohnraums, die durch das Landratsamt zum Zwecke der dezentralen Unterbringung von Asylbewerber angemietet wurde (samt Ort der angemieteten Unterkunft)
  • Sämtliche Zahlungsvorgänge seitens des Landratsamtes, die an die Vermieter zum Zweck der dezentralen Unterbringung von Asylbewerbern im Landkreis Landshut im Zeitraum von Februar bis Mai getätigt wurden bzw. geplant sind (inklusive Kontoinhaber der Leistungsempfänger und untergebrachte Personen bzw. Unterkunftstage)
  • Sämtliche Zuweisungen von Asylbewerbern zu den einzelnen Unterkünften vorzulegen, insbesondere „Umsiedlungen“ von Kommunen des Landkreises in die Unterkünfte Wörth und Vilsbiburg (letztere mit Datum der „Umsiedlung“)
„Wir wollen mittels dieser Anfrage versuchen, unseren Beitrag zur Aufklärung der Vorwürfe zu leisten. Unsere Heimat ist eine starke Region, in der stets das Miteinander im Vordergrund stand. Die „Causa Wulff“ habe das Vertrauen in die Politiker erschüttert und zu einer weiteren Politikverdrossenheit geführt. Klüngeleien und Insidergeschäfte müssen auch auf kommunaler Ebene „außen vor“ bleiben, wenn man glaubwürdige Politik machen wolle. Wir hoffen, dass sich das „Gschmäckle“, dass sich in den letzten Tagen breit gemacht hat, nicht als Realität herausstellt“, so Ruth Müller. „Wir brauchen gute Konzepte für die Unterbringung von Asylbewerbern, die Menschen haben viel durchgemacht, wir müssen ihnen für die Dauer ihres Aufenthalts eine Heimat bieten“, so Müller. Für die SPD im Landkreis Landshut steht fest, dass die Auswahl der Unterbringung von Asylbewerbern anhand von neutralen Kriterien zum Wohle der Menschen durchgeführt werden muss und nicht zum wirtschaftlichen Wohl einiger Weniger erfolgen darf.
 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.