Konzentration der Insolvenzgerichte führt zu Abbau von Stellen und Bürgernähe

Veröffentlicht am 12.09.2010 in Landespolitik

MdL Franz Schindler: Gewinner wären überregional tätige Großkanzleien

Die vom Justizministerium geplante Zusammenfassung der bisher 29 Insolvenzgerichte in Bayern zu nur noch acht sog. Kompetenzzentren dient nach Angaben des rechtspolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, MdL Franz Schindler, ausschließlich dem Ziel, weitere Stellen bei der Justiz einzusparen. In jedem Regierungsbezirk soll dann mit Ausnahme von Oberbayern, wo zwei Insolvenzgerichte erhalten bleiben sollen, nur noch ein Amtsgericht als sog. Kompetenzzentrum für die Bearbeitung von Insolvenzangelegenheiten zuständig sein. Fast drei Viertel der bisherigen Insolvenzgerichte an den Amtsgerichten sollen dadurch abgeschafft werden.

In der Oberpfalz sind die Amtsgerichte Regensburg, Amberg und Weiden betroffen.
Die bei einer Konzentration der Insolvenzgerichte möglicherweise erzielbaren Synergieeffekte sind nach Ansicht von Schindler nicht so groß, dass sie den weiteren Abbau der Bürgernähe der Justiz rechtfertigen könnten. Schließlich werden an den Insolvenzgerichten nicht nur Unternehmensinsolvenzen bearbeitet, sondern auch Verbraucherinsolvenzverfahren. Nach Mittelkürzungen bei der Schuldnerberatung würde die Abschaffung von mehr als zwei Drittel der jetzigen Insolvenzgerichte bedeuten, dass auch das gerichtliche Insolvenzverfahren für die in der Regel mittellosen Schuldner erschwert werden würde.

Außerdem käme eine Konzentration der Insolvenzgerichte nur den großen, überregional tätigen Rechtsanwaltskanzleien zugute und würde kleinere Kanzleien vom Markt verdrängen. Das Argument, dass „Kompetenzzentren“ erforderlich seien, um die angeblich immer komplizierter werdenden Insolvenzverfahren abwickeln zu können, sei ein Schlag ins Gesicht der jetzt an 29 Amtsgerichten mit der Bearbeitung von Insolvenzangelegenheiten befassten Richter und Rechtspfleger. Nach Ansicht von MdL Schindler fehle es den Insolvenzgerichten nicht an Kompetenz, sondern meistens an ausreichend Mitarbeitern.

Nach der Abschaffung des Bayerischen Obersten Landesgerichts und der weitgehend vollzogenen Schließung der Zweigstellen der Amtsgerichte betätige sich Justizministerin Merk wieder einmal als Justizabbauministerin. Schindler kündigt deshalb an, das Thema nach der Sommerpause intensiv im Landtag zu diskutieren. Ministerin Merk müsse dann auch detailliert darstellen, wie viele Stellen an welchen bisherigen Insolvenzgerichten wegfallen und welche Kosten durch den Aufbau sog. Kompetenzzentren neu entstehen würden. Die bereits beginnenden „Kämpfe“ um die Standorte der geplanten Kompetenzzentren müsse zurückgestellt werden, bis die Grundsatzfrage entschieden sei.

 

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Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

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Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.