Ude als Geschenk zum zehnjährigen Jubiläum der SPD in Aufhausen
Am Samstag lud die Aufhausener SPD zum zehnjährigen Gründungsjubiläum nach Haid in die Gaststätte Helm. Der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Hubert Wittmann konnte nebst den anwesenden Gründungsmitglieder des Ortsvereins, von denen eine ganze Reihe dieses Jahr auch zehnjähriges Parteizugehörigkeitsjubiläum feiern, zahlreiche Vertreter aus dem UB Regensburg und der Umgebung begrüßen.
Besonders freute sich Wittmann den SPD Vorsitzenden Johannes Faden aus Geiselhöring zu begrüßen, der sich um die dem Anlass gebührende Dekoration des Saals gekümmert hatte. Wittmann ging in seiner eröffnenden Ansprache auf die Geschichte der SPD in Aufhausen ein, die nicht erst mit dem jetzigen Ortsverein, sondern bereits in zu Beginn der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts begonnen hat. Zu der Zeit gab es einen SPD Ortsverein in Hellkofen, der allerdings 1933 von den Nazis zwangsaufgelöst wurde. Hätte dieser Ortsverein weiter bestanden, würde die SPD in Aufhausen in einem Ortsverein mit über 80 jähriger Geschichte Politik machen.
Erinnert wurde von ihm auch an den zweiten SPD Ortsverein in Aufhausen der 1945 von Vertriebenen gegründet wurde, sich aber mit dem Weggang dieser wieder aufgelöst hat. Der Vorsitzende wies darauf hin, dass die Aufhausener SPD mit ihren Vorgängerortsvereinen in der Tradition einer deutschen Sozialdemokratie steht. Diese wurde vor 145 Jahren im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein begründet und für Bayern vor fast 120 Jahren im Regensburger Stadtteil Rheinhausen aus der Taufe gehoben.
Hier bemerkte er, dass die SPD genau die Tradition hat, die politische Mitbewerber gerne für sich beansprucht. Rückblickend auf die letzten 10 Jahre konstatierte der Vorsitzende, dass die SPD in Aufhausen einiges bewegt hat. Es gab viele Besuche von Mandatsträgern, die zum gegenseitigen und dem Austausch mit der Bevölkerung genutzt wurden. In Aufhausen waren u.a. MdEP Ismail Ertung, MdL Margit Wild, Bezirkstagsvizepräsident Norbert Hartl, der stellvertretende Landrat Sepp Weitzer, Regensburgs Bürgermeister Joachim Wolbergs, der Kreisvorsitzende Rainer Hummel und verschiedene Mitglieder des Kreistags.
Den oft gehörten Vorwurf: „Die Politiker interessieren sich ja nicht für uns am Land und kommen nur zum Wahlkampf“ sieht er damit widerlegt, da die SPD Mandatsträger oft und gerne in Aufhausen sind und das eben nicht nur zur Wahl. Weitere Punkte der Arbeit der Aufhausener SPD waren für ihn die Gründung des überaus erfolgreichen SPD AK Labertal vor drei Jahren und natürlich auch die erfolgreich Arbeit im Gemeinderat. „Wir bieten den Aufhausenern Möglichkeiten, sich politisch zu informieren. Er nannte hier als Beispiele den Vortrag Stromwechsel vom "projekt21plus" aus München und die Diskussion mit MdEP Ismail Ertug zum Thema „Landwirtschaft und Tourismus – Perspektiven für die Region“ Die SPD Aufhausen erfülle damit klar den Auftrag den politische Parteien laut Artikel 21 des Grundgesetzes haben: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ In Aufhausen hat die SPD damit ein Alleinstellungsmerkmal,“ so Wittmann. Dass mit dem SPD Ortsverein auch in Zukunft zu rechnen sei, machte der Ortsvereinsvorsitzende im weiteren Verlauf seiner Rede deutlich. So versprach er, die sozialdemokratische Politik für Aufhausen fortzuführen.
Dazu zähle für die SPD unter anderem auch, sich für den Erhalt der Schule in Aufhausen einzusetzen. Die SPD in Aufhausen hatte deswegen schon zwei Veranstaltungen, zuletzt 2007, unter anderem mit der Regensburger Alt-Oberbürgermeisterin und ehemaligen Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur in Bildungspolitik im Landtag, Christa Meier, durchgeführt. Damals wurde schon besprochen, dass die Hauptschule wohl 2012 geschlossen werden müsse. Wittmann bedauerte es sehr, dass diese Voraussage nun tatsächlich eintreffen werde. Es gäbe seines Erachtens nach aber überaus sinnvolle und auf Aufhausen übertragbare Alternativen. Er nannte als Beispiel die Idee des SPD Bürgermeisters Sommer aus Donaustauf, eine Gemeinschaftsschule einzurichten ( Stichwort: „Kurze Füße, kurze Wege.“). Dazu sagte Wittmann: „Auch wenn solche vernünftigen Ansätze momentan noch an der bayerischen Staatsregierung zu scheitern drohen, schaun ma mal wie's 2013 unter einem SPD Ministerpräsident Ude aussieht!“
Als erster Redner der anwesenden Mandats- und Funktionsträger hakte der Kreisrat und SPD Kreisvorsitzende, Rainer Hummel, in die Ansprache von Hubert Wittmann ein. Er beglückwünschte die SPD für die zehn Jahre ihres Bestehens, erinnerte aber daran zu denken, dass der Ortsverein durch seine beiden Vorgänger schon über 80 Jahre Bestehen feiern könnte. Ein Jubiläum, das in Deutschland für politische Parteien nur für die SPD, als älteste demokratische Partei möglich ist. Er betonte, dass nur die SPD auf eine Geschichte vor 1945 zurückblicken kann und es auch nicht nötig hatte sich umzubenennen bzw. sich nicht mehr an die Vorgängerorganisationen zu erinnern. Gegenwärtig geht seiner Ansicht nach ein deutlicher Ruck durch die SPD in Bayern. Im Zusammenhang mit der Kandidatur von Christian Ude würde seines Erachtens nach fälschlicherweise nur von Machtwechsel gesprochen. Wichtiger sei für ihn, dass mit Ude als bayerischen Ministerpräsidenten ein Politikwechsel käme. Ein Politikwechsel, den zum Beispiel die Schulpolitik dringend nötig habe. Nur mit Schulen auf dem Land entscheiden sich Menschen, außerhalb der Zentren anzusiedeln, und nur die SPD hat Konzepte dieses
durchzuführen. Er hob außerdem lobend hervor, dass, obwohl der SPD Ortverein nicht groß sei, jedes zweite Jahr der politische Frühschoppen immer eine gelungene Veranstaltung sei. Auch bedankte bedankte er sich dafür und wünschte für die nächsten Jahre des Bestehens alles Gute.
Der stellvertretende Landrat Sepp Weitzer, der in seiner damaligen Funktion als SPD Kreisvorsitzende mit den Anstoß zur Gründung des Ortsvereins gegeben hatte, betonte, wie wohl er sich in Aufhausen fühle. Die vielen Versammlungen des Ortsvereins, an denen er teilgenommen hatte, waren oft in Wirtshäusern, aber auch in für politische Treffen ungewöhnlichen Orten wie im Biergarten, auf privaten Terrassen und Wohnzimmern. Immer wieder ist ihm dabei aufgefallen welche Freundschaft die die Aufhausener Genossen verbindet. Weitzer führte an, dass, egal ob es Wirtschafts-, Arbeits-, Renten-, oder Schulpolitik ist, die SPD, die Partei mit den meisten Mitgliedern in Deutschland, nicht nur die richtigen Themen, sondern auch die richtigen Antworten hat. Die Umsetzung der Antworten, wie zum Beispiel die der Schulpolitik in Bayern, wird bei einer sozialdemokratisch geführten Regierung in Bayern angegangen werden.
Als letzter Gratulant bedankte sich Joachim Wolbergs über die Einladung aus Aufhausen. Noch immer erinnert er sich gerne an den Bundestagswahlkampf und den Stand des Ortsvereins am Wertstoff. So gut, wie in Aufhausen am Wertstoffhof, sei er bisher selten mit Bürgern ins Gespräch gekommen. Für ihn ist die SPD die einzige Partei mit einem Wertekonzept. Motto der SPD sei es unter anderem, dass derjenige, der eine größere Last tragen kann, dies zugunsten der Schwächeren auch tun soll. Auch ein gesetzlicher Mindestlohn passt in dieses Wertekonzept. Ein Alleinverdiener in der Familie muss diese auch ernähren können. Wenn es aber die Lebenswirklichkeit erfordert, dass beide Elternteile arbeiten müssen, muss der Staat die Möglichkeit einer Ganztagsschule bzw. Tagesstätte bieten.
Mit den Worten „...es hat sich ja schon angefangen rumzusprechen, ich kann euch die frohe Nachricht offiziell überbringen: Christian Ude hat für den Bartholomäus Markt 2012 zugesagt..,“ schloss Wolbergs seine Rede.
Den kulturellen Teil der Feier übernahm das Rockkabarett „Die Ruam“. Der Name leitet sich vom bayerisches Schimpfwort ( z.B. "Du Ruam Du") ab. Mit ihren großen musikalisches Repertoire und ihren musikalischen Fähigkeiten schafften sie es, trotz Problemen mit der Akustik, den Ortsverein und seine Gäste bestens zu unterhalten. Ihre neueste CD gab es im Anschluss gratis als Jubiläumsgeschenk für die Gäste.