Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg

Veröffentlicht am 24.12.2014 in Veranstaltungen

Erfüllten die Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg mit Leben: (v.li.) Martin Auer, Martin Kreutz, Franz Graf, Hans Lankes, Georg Riedl, Helmut Sigl, Hella Meister, Johann Englbrecht, Franz Moises, Rainer Pasta, Karin Hagendorn, Gerhard Schneider und Ernst Roth

Aktionslandkarte

Das Labertal erinnerte sich

Abschlussveranstaltung des AK Labertal zur Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg

Seit September organisierte der SPD-Arbeitskreis Labertal an sieben Standorten in der Region eine Geschichtswerkstatt zum Thema 1. Weltkrieg. Am vergangenen Sonntag fand die Abschlussveranstaltung im Haus der Generationen in Mallersdorf-Pfaffengberg statt. Mit einer zusammenfassenden Ausstellung der wichtigsten Fundstücke sowie einem Historischen Themenabend zum Gedenken an den Ausbruch des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren schloss das viel beachtete Projekt in würdigem Rahmen.

Dritter Bürgermeister  und SPD-Ortsvorsitzender Martin Kreutz eröffnete die Abschluss-Ausstellung zur Geschichtswerkstatt 1. Weltkrieg am Sonntag um 13 Uhr im Haus der Generationen in Mallersdorf-Pfaffenberg. Es wurden die wichtigsten Fundstücke aus den sieben Werkstatt-Stationen in Ergoldsbach, Geiselhöring, Rohr, Sünching, Mallersdorf, Rottenburg und Schierling zusammengeführt und der Bevölkerung präsentiert. Ein stetiger Besucherstrom, der sich zum Beginn der Abendveranstaltung hin immer mehr steigerte, zeugte vom regen Interesse an diesem Projekt, das sich bereit an den einzelnen Stationen abgezeichnet hatte. Ergänzt wurde die Ausstellung mit einem breiten Angebot literarischer Werke zum Thema 1. Weltkrieg, präsentiert vom Mallersdorfer Bücherg´schäft.

Büchertisch zum Thema 1. Weltkrieg des Mallersdorfer Bücherg`schäfts fand rege Beachtung

Schirmherrin Ruth Müller, Landtagsabgeordnete aus Landshut und stellvertretende Sprecherin des AK Labertal ließ am Abend für die Besucher die Geschichtswerkstatt 1-Weltkrieg Revue passieren: Begonnen am 27. September mit einer Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum Ergoldsbach fanden 7 Werkstatttermine in der Region statt. Müller dankte den Organisatoren Rainer Pasta und Karin Hagendorn sowie den Museumsleitern und Heimatpflegern, die zum Gelingen der Aktionen beitrugen. Auch den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die als Kinder und vor allem Enkel der Kriegsgeneration die Erinnerungen in den Familien am Leben erhielten. In jeder teilnehmenden Gemeinde hatten die Erinnerungen und Fundstücke einen ganz eigenen Charakter. Waren es in Ergoldsbach viele Einzelstücke, so konnten in Rohr ganze Sammlungen zu einzelnen Kriegsteilnehmern präsentiert werden. Das Thema Kriegsmarine war in Geiselhöring im Museum der Seefahrt zwingend, doch konnten auch einige Soldaten aus der Region gefunden werden, die in der kaiserlichen Marine kämpften.

Besonders der Termin im Heimatmuseum Sünching wurde den Zielen des AK Labertal gerecht, sich mit den „Daheimgebliebenen“ zu beschäftigen. Die Lebensumstände vor 100 Jahren und viele amtliche Dokumente zur Bewirtschaftung des Mangels an der Heimatfront wurden hier gezeigt. Der Werkstatttermin im Kloster Mallersdorf war natürlich von den Erinnerungen an die vielen Lazaretteinsätze der Mallersdorfer Schwestern zu Hause und an der Front geprägt. Doch auch viel zeitgemäße Erziehungsliteratur konnten die Schwestern beisteuern. In Rottenburg drehte sich die Geschichtswerkstatt u.a. um den bekannten Flieger Max von Müller, doch auch die Geschichten einiger Besucher, die sich um die Situation der Familien in den landwirtschaftlichen Betrieben während des 1. Weltkrieges drehten, waren markant. Schließlich brachte die Geschichtswerkstatt in Schierling die beiden wohl eindrucksvollsten Fundstücke zu Tage: Die Fahne des Krieger- und Militärvereins Unterlaichling, der wohl durch die Folgen des Weltkrieges nur kurz existierte, und ein Kreuz aus Granatsplittern von Gerhard Schneider, dass jeden Betrachter in seinen Bann gezogen hat.

Müller erinnerte an das Leid und die Not, die der Krieg über die Menschen auch in unserer Region brachte und forderte die Zuhörer auf, sich für Frieden und Freiheit einzusetzen, damit sich eine solche Tragödie nicht mehr wiederholen könne. Sie erinnerte aber auch an die vielen Flüchtlinge, die derzeit unseren Gemeinden leben und für die Krieg und Vertreibung keine Erinnerung an die Geschichte ist, sondern selbst erlebte Realität.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.