"...gerade Dich, Arbeiter, wollen wir"

Veröffentlicht am 29.05.2011 in Veranstaltungen

Schleichender Volkshypnotisierung immer wieder neu entgegentreten
Letzte Station der Ausstellungsreihe „...gerade dich, Arbeiter, wollen wir“ gegen Rechtsextremismus 2011

Seit 16. Mai gastiert die Ausstellung „...gerade dich, Arbeiter, wollen wir“ der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung im Geiselhöringer Pfarrheim St. Peter. Hausherr Stadtpfarrer Josef Ofenbeck freute sich gemeinsam mit dem Aktionsbündnis „Geiselhöring bleibt BUNT“ über zahlreiche Besucher im Rahmen der Ausstellungseröffnung, darunter etliche Mitglieder des Geiselhöringer Stadtrats, Bürger aus Geiselhöring und dem Umland sowie als Gastredner Hans-Dieter Schenk, DGB-Bevollmächtigter für die Region Landshut.

Pfarrer Ofenbeck rief dazu auf, stets daran zu erinnern, dass christliche und familiäre Werte im Vordergrund stehen müssen gegenüber dem Machtkalkül der Politik und unternehmerischem Profitstreben. Gerade angesichts der schleichenden Volkshypnotisierung, derer sich der Nationalsozialismus in seinen Anfängen bedient habe, so der Pfarrer, sei es wichtig, diese Werte immer wieder neu hochzuhalten. Dritte Bürgermeister Harry Büttner bedankte sich bei den Kirchen sowie dem SPD-Arbeitskreis Labertal für die Organisation der Ausstellung in Geiselhöring, und rief seitens der Politik dazu auf, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus hoch zu halten: „Das immer wieder geforderte Abhaken und Vergessen ist hier fehl am Platz.“

Diesen Punkt griff Gastredner Hans-Dieter Schenk in seinen Ausführungen zur Ausstellung direkt auf, und wies darauf hin, dass Rechtsextremismus auch heute mehr sei als eine zu vernachlässigende Randbewegung. Mit Abgeordneten in zwei ostdeutschen Landtagen, sowie bundesweiten Studienergebnissen, die latent rechtes Gedankengut auch bei gemäßigten Teilen der Bevölkerung sichtbar werden lassen, sei es heute aktueller denn je, auf die Entwicklung des Nationalsozialismus aufmerksam zu machen, und vor seinen Gefahren zu warnen. Hier leiste die Ausstellung der Hans-Böckler-.Stiftung einen wichtigen Beitrag, indem sie die Hintergründe erläutert, die zum Aufstieg der Nazis geführt haben. In vier Erklärungsansätzen geht die Ausstellung dabei ein auf die um sich greifende Politikverdrossenheit in der Weimarer Republik und auf die Verquickung von Staat und Parteien, aber auch auf die engen Bünde zwischen Nazis und den damaligen Größen der deutschen Wirtschaft, sowie auf den unverhohlenen Terror der Nazis gegenüber der eigenen Bevölkerung.

Schenk setzte ferner den Widerstand der freien Gewerkschaften in Kontext mit kirchlichen Widerstand im Dritten Reich, und erinnerte dabei an den erst kürzlich selig gesprochenen Pfarrer Georg Häfner, der 1942 von den Nazis ermordet wurde. Auch heute, so Schenk, teilten sich Gewerkschaften und Kirchen viele Anliegen um die menschlichere und familienorientiertere Gestaltung unserer Gesellschaft. In einem kurzen Schlusswort bedankte sich Johannes Faden, SPD-Ortsvorsitzender, noch für das Aktionsbündnis „Geiselhöring bleibt BUNT“ bei allen Beteiligten, und wünschte der Ausstellung einen erfolgreichen Verlauf.

Die Initiative aus dem Labertal macht Schule
Die Ausstellung „Gerade dich, Arbeiter, Wollen wir“ zeigt auf 25 Bildtafeln das Verhältnis von Nationalsozialismus und freien Gewerkschaften und erläutert Hintergründe zur Entwicklung der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft im Dritten Reich. Für den Herbst hat sich die SPD im Raum Vilsbiburg für eine Ausstellungsreihe angemeldet

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.