Für ein soziales und gerechtes Europa

Veröffentlicht am 14.06.2009 in Europa

Der Europaabgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler (vorne links) mit den Akteuren des Wahlkampfabschlusses der SPD.

Wahlkampfabschluss der SPD mit zwei Kandidaten für das EU-Parlament

Der Countdown für die Europawahl am 7. Juni läuft. Die SPD in Stadt und Landkreis Landshut hatte zur Abschlussveranstaltung in die Essenbacher Eskara geladen. In lockerer Atmosphäre standen im Foyer der Spitzenkandidat der BayernSPD, Wolfgang Kreissl-Dörfler, und der Europakandidat der NiederbayernSPD, Christian Flisek, Rede und Antwort. Wichtige Themen waren natürlich die Wirtschafts- und Sozialpolitik in Europa sowie der Vertrag von Lissabon. Der Abend stand ganz im Zeichen Europas. Die Vorsitzende der Landkreis-SPD, Ruth Müller, begrüßte die Gäste in verschiedenen Sprachen, die Pianistin Vika Vassilieva aus Novosibirsk unternahm eine musikalische Reise quer durch Europa. Die Moderation des Abends übernahmen Hildegard Kolbeck und Harald Unfried.

Wolfgang Kreissl-Dörfler verspricht sich einiges vom Vertrag von Lissabon, der das Europäische Parlament stärken werde. Besonders in der Agrarpolitik, in der Innen- und Justizpolitik werde es mehr Kompetenzen geben. Der 58-jährige Politiker, der seit 1994 Europaabgeordneter ist - bis 2000 gehörte er den Grünen an, dann wechselte er zur SPD -, begrüßt es auch, dass es dann keinen halbjährigen Wechsel des Ratspräsidenten mehr geben werde. Der SPD-Politiker sprach sich klar für einen Beitritt der Türkei in die EU aus, wobei er überzeugt ist, dass es noch etliche Jahre dauern werde, bis es soweit sei. Christian Flisek sieht dies ähnlich. Derzeit sei ein Beitritt der Türkei kein Thema. Die EU müsse sich erst konsolidieren. Aber längerfristig hält er es für sinnvoll, zumal Deutschland das Land sein werde, das davon am meisten profitiert. Der Passauer Jurist hält den Vorschlag der Christsozialen, eine Volksabstimmung zu initiieren, für ein heuchlerisches Spiel, denn sie wüssten von vorne herein, wie sie ausgehen werde. "In München hätte man damals einen Bürgerentscheid in Sachen Transrapid machen sollen, dann wäre das Thema ganz schnell vom Tisch gewesen", wandte Kreissl-Dörfler ein.

Eine klare Absage erteilten die beiden SPD-Politiker der Privatisierung von öffentlichen Krankenhäusern, Wasser und Abwasser sowie vom ÖPNV. Der Wert sei für die Bürger ein völlig anderer als für Aktionäre. Diese hätten nur den Gewinn im Auge. Käme beispielsweise das Trinkwasser in private Hände, würden die Leitungen nicht mehr saniert und die Qualität würde massiv schlechter. Wenn es dann für die Investoren nicht mehr interessant und gewinnbringend ist, würde es wieder in die Hände der Kommunen übergehen, die dann den schwarzen Peter hätten, lautete die Argumentation. Man müsse die öffentliche Daseinsvorsorge auch vor Brüssel verteidigen, erklärte der Passauer Jurist Christian Flisek.
Es gelte zu regulieren, statt zu spekulieren, betonten die beiden auch in Bezug auf die Bankenkrise. Steuerparadiese dürfe es in Zukunft nicht mehr geben. Nein sagen die beiden SPD-Kandidaten für das Europäische Parlament zu Steuersenkungen. Sie würden nicht den Geringverdiener, sondern den Besserverdiener entlasten. Der Vorschlag der FDP, die Gewerbesteuer abzuschaffen, sei eine Kampfansage an die Kommunen. Dann könnte man die Rathäuser gleich zusperren.
Die SPD fordert einen fairen Mindestlohn, und zwar an dem Ort, wo der Lohn erbracht wird, und für den Beruf, der erlernt wurde. Es dürfe nicht sein, dass man mit einem Beruf nicht mehr über die Runden kommt.
Aus der Zuhörerschaft schlug Rolf Haucke vor, den gesetzlichen Mindestlohn, eine halbe Stunde Arbeitslohn für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann - was 2 500 Euro entsprechen würde - festzuschreiben. "Nur ein soziales Europa ist auch ein starkes Europa", lautet ein Wahlslogan der SPD. Man müsse das Solidarprojekt nach vorne bringen, sind sich die beiden Kandidaten einig. Flexibilität sei zwar in gewissem Maß gefragt und auch notwendig, aber das Leben und die eigene Biografie müssten planbar sein, sagte Flisek. Abschließend sprach Wolfgang Kreissl-Dörfler von einer Richtungsentscheidung am 7. Juni. "Wir müssen klar sagen, was wir wollen." Gabi Lössl

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.