Ortsvorsitzender Johannes Faden (re.) und AK-Sprecher Rainer Pasta (2.v.r.) verteilten "Brot und Rosen" an die Geiselhöringer Frauen - egal ob vor oder hinter den Verkaufstheken
100 Jahre Internationaler Frauentag
Geiselhöring (pas): Heute wählen Frauen und werden gewählt, sie schließen selbstverständlich eine Berufsausbildung ab, sie arbeiten in ihren Berufen, ohne zuvor ihren Ehemann um Erlaubnis fragen zu müssen und sie machen ganz selbstverständlich einen Führerschein, wenn sie Auto fahren wollen. Nichts davon fiel vom Himmel. Es wurde erstritten, erkämpft, errungen. Denn die Geschichte der Frauenbewegung ist auch eine Geschichte von vielen engagierten, selbstbewussten Frauen. Im Vorfeld des 100. Internationalen Frauentages am 8. März verteilte die Geiselhöringer SPD am Samstag "Brot und Rosen" an die Geiselhöringer Frauen - egal ob vor oder hinter den Verkaufstheken. Unter dem Slogan "Sie sind uns mehr wert als Brot und Rosen" lädt der AK Labertal die Frauen in der Region zu weiteren Veranstaltungen ein!
„ ‚Freiheit, Gleichheit, Solidarität’, mit diesen Zielen hat die Sozialdemokratie für und mit den Frauen viel erreicht. Dennoch: Echte Gleichstellung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sieht anders aus. Davon sind wir noch ein ordentliches Stück entfernt. Auf der formalen Ebene – der Ebene der Gesetze – sind wir schon ziemlich weit gekommen. Auf dem Papier wird keine schlechter behandelt, nur weil sie eine sie. Doch Papier ist geduldig.
Einige engagierte Frauen arbeiten inzwischen erfolgreich in der Politik. Es dürfen ruhig bei der nächsten (Kommunal-)Wahl auch bei uns noch mehr werden", betont der SPD-Vorsitzende Johannes Faden und lud alle interessierten Geiselhöringerinnen ein, sich für die soziale und gerechte Entwicklung ihrer Heimatstadt einzubringen.“ Zum Wahlrecht für Frauen, dass die SPD erstritten hat, gehört auch die Beteiligung am politischen Meinungsbildungsprozess. Wir brauchen junge, engagierte Frauen, die die ‚Alte-Männer-Zirkel’ ablösen und neue praktische Ideen einbringen können.“ Doch bei Kandidaturen für politische Ämter stehen nach wie vor die Männer im Vordergrund, dies sehe man vor allem bei der Kommunalwahlen. „Während bei der CSU angefangen wird über die Einführung einer Quotenregelung zu diskutieren, gibt es eine solche Regelung in der SPD schon seit 1988.“, so Johannes Faden. Es sei von enormer Wichtigkeit, dass auch in den Parlamenten die Frauen entsprechend dem Prozentsatz ihres Bevölkerungsanteils vertreten seien. „Wer soll sich denn sonst für Frauenrechte einsetzen, wenn nicht sie selbst.“, so Faden weiter.
SPD-Arbeitskreissprecher Rainer Pasta wies darauf hin, wie viel Kraft der Kampf um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gerade in Bayern gekostet habe. Noch heute gebe es bei weitem nicht genügend Kinderbetreuungseinrichtungen, die es allen Frauen ermöglichen, schnell wieder ins Berufsleben einzusteigen. Die Zahl der Erwerbstätigen sei zwar
gestiegen, aber Arbeitsplätze im Ganzen gingen verloren und die Einkommen seien gesunken. „Hiervon sind vor allem auch wieder die Frauen betroffen, die Mehrheit der Frauen ist inzwischen nicht einmal mehr in der Lage sich selbst mit ihrem Einkommen gut zu ernähren. Damit sind Frauen nicht nur im Erwerbsalter mehr von Armut betroffen, sondern auch das Risiko einer daraus resultierenden Altersarmut steigt für Frauen um ein Vielfaches mehr als für Männer.“ Gegen solch eine Arbeitsmarktpolitik setzen sich die SPD ein.
Der Kampf für Frauenrechte dürfe auch nach 100 Jahren nicht vernachlässigt werden, sondern müsse in der Zukunft wieder verstärkt werden und dafür steht die SPD in der Region. Der Internationale Frauentag solle jedes Jahr erneut daran erinnern. Unter dem Slogan "Sie sind uns mehr wert als Brot und Rosen" lädt der AK Labertal die Frauen in der Region zum Filmabend über Rosa Luxemburg in Schierling (10.3., 19.30 Uhr im Sportheim) bzw. zur Lesung mit Dr. Michaela Karl - „Wir fordern die Hälfte der Welt“ - am 15. 3. um 19.30 Uhr im Hotel Kaiserhof/Landshut ein.