Ein weißer Fleck im Landkreis Landshut ist rot geworden

Veröffentlicht am 05.02.2012 in Ortsverein

Die Ehrengäste freuen sich über den neuen SPD-Ortsverein in Vilsheim

Optimismus und Aufbruchsstimmung lag am Freitagabend in Vilsheim bei den Sozialdemokraten spürbar in der Luft, als sich dort erstmals ein SPD-Ortsverein unter Leitung von Herbert Lohmeyer und Peter Österreich gründete.

Zahlreiche Sozialdemokraten hatten sich auf den Weg nach Vilsheim gemacht, um dabei zu sein, wenn ein neuer Ortsverein aus der Taufe gehoben wird. Die drei Kreisvorsitzenden Ruth Müller, Gerhard Babl und Josef Kollmannsberger waren ebenso präsent wie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landkreis-SPD Bürgermeister Franz Göbl aus Buch am Erlbach. Auch MdL a. D. Udo Egleder war gekommen, die Landesvorsitzende der AfB (Arbeitsgemeinschaft für Bildung) Marion Winter und als Gründungspate fungierte der Landesvorsitzende der bayerischen SPD, MdB Florian Pronold, freute sich Herbert Lohmeyer bei seiner Begrüßungsrede über die vielen Gäste. "Ich wünsche Euch viel Glück mit Eurem neuen Verein" - diese nette Botschaft gaben spontan einige Vilsheimer Bürgerinnen und Bürger im Gasthaus den Genossen mit auf den Weg ins Gründungszimmer. Und der 40jähgrige Landwirt Simon Eberl entschloss sich nach der Patenrede von MdB Florian Pronold spontan, in die SPD einzutreten, um so Gründungsmitglied der Vilsheimer SPD zu werden.
  • Grußwort der Kreisvorsitzenden Ruth Müller
In ihrem Grußwort blickte die Kreisvorsitzende der SPD Ruth Müller zurück auf die Jahre 1972 und 2008. Im Dezember 2008 sei sie gemeinsam mit Herbert Lohmeyer und Peter Österreich nach München gefahren, und man habe den Fraktionsvorsitzenden der SPD im Landtag, MdL Franz Maget besucht und um Unterstützung für eine Ortsvereinsgründung gebeten. Der Landesvorsitzende Florian Pronold habe bereits damals versprochen, bei der Gründungsveranstaltung dabei zu sein und nun Wort gehalten. Auf dem Weg zur Neugründung habe es Höhen und Tiefen gegeben, aber Herbert Lohmeyer habe das Ziel nie aus den Augen verloren, in Vilsheim eine SPD zu gründen. In diesem Jahr kann die Landkreis-SPD auf ihr 40jähriges Bestehen zurückblicken - 1972 konstituierten sich die SPD Ortsvereine im Zuge der Gebietsreform zu einem neuen Kreisverband, federführend initiiert von Peter Barteit, Bruno Mieslinger, Josef Sehofer und Heinz Furtmayer. Und in so einem Jubiläumsjahr sei die Neugründung eines Ortsvereins ein wunderbares Signal, so Müller. "Tradition und Fortschritt verbinden sich auf diese Weise, wenn die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, die seit fast 150 Jahren Bestand haben, noch heute Gültigkeit haben. Und wenn sich hinter diesen ewig gültigen Werten noch heute Menschen zusammenfinden, um gemeinsam für eine bessere Zukunft zu kämpfen, dann seien diese traditionellen Werte zeitlos und modern".
  • Patenrede vom Landesvorsitzenden MdB Florian Pronold
Beeindruckt vom großen Interesse der Genossen an der Neugründung des SPD-Ortsvereins zeigte sich der Landesvorsitzende MdB Florian Pronold in seiner "Patenrede". Mit der Bereitschaft von Christian Ude, als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2013 anzutreten, sei das Amt des SPD-Landesvorsitzenden noch schöner geworden, so Pronold. Die Sozialdemokratie stößt auf Interesse bei den Menschen in Bayern und weckt die Phantasie der Bürgerinnen und Bürger auf einen Machtwechsel. Diese Neugründung in Vilsheim sei auch ein deutliches Zeichen gegen die Politikverdrossenheit, wenn sich so junge Menschen zusammenfinden, um politisch aktiv zu werden. "Solidarität" stehe im Mittelpunkt der SPD - und dazu gehöre auch, dass die Starken für die Schwachen da seien, die Reichen für die Armen und die Gesunden für die Kranken. Darauf basiere eine solidarische Gesellschaft, in der die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter aufgehe und in der ein sozialer Frieden herrsche. Am Beispiel anderer Länder könne man sehen, wohin es führe, wenn sich nur Reiche eine Gesundheitsversorgung leisten könnten, für die Schulausbildung und Sicherheit ihrer Familie aber selber sorgen müssten, weil soziale Spannungen steigen und Kriminalität an der Tagesordnung sei. Die Gesellschaft hält nur zusammen, wenn man füreinander einsteht und dazu braucht es Menschen, die dafür kämpfen. In Deutschland, in Bayern und in Vilsheim.
  • Die Vorstandschaft der SPD Vilsheim
Nach den beiden Grußworten wurde unter Leitung von Geschäftsführerin Marianne Bontzol und Ruth Müller die Vorstandschaft in Vilsheim gewählt. Vorsitzender ist Herbert Lohmeyer, sein Stellvertreter der 19jährige Peter Österreich. Die 23jährige Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens Sabine Krojer kümmert sich um die Finanzen des Vereins, der vom SPD-Kreisverband einen Gründungszuschuss erhielt. Der 38jährige junge Familienvater Sebastian Garnreiter wurde zum Schriftführer gewählt. Simon Eberl und Benjamin Lohmeyer verstärken als Beisitzer den Ortsverein.
  • SPD-Ortsvereine aus der Nachbarschaft gratulieren
Gute Wünsche gaben auch die Nachbar-Ortsvereine mit auf den Weg: Reinhard Tandler aus Buch am Erlbach bot auch weiterhin eine enge Zusammenarbeit an und versprach Unterstützung bei allen Fragen. Mit einem sozialdemokratischen Bürgermeister in Buch am Erlbach könne so auch manches kommunalpolitische Thema über die Gemeindegrenzen hinweg bearbeitet werden. Dem 18jährigen Ortsvorsitzende Valerian Thielicke aus Tiefenbach lag besonders die Bildungspolitik am Herzen. Gemeinsam mit den SPD-Ortsvereinen werde man für die Idee der Gemeinschaftsschule werben und für die Abschaffung der Studiengebühren kämpfen. Und Annegret Krupp-Dittmer vom SPD Ortsverein Eching bedauerte einerseits, dass sie nun die Vilsheimer Genossen aus ihrer Gliederung verliere, aber sie freue sich, dass nun ein weißer Fleck im Landkreis Landshut rot geworden sei. Und dass die Vilsheimer Bürgerinnen und Bürger bei der nächsten Kommunalwahl nicht mehr nur innerhalb einer Liste wählen müssen, sondern künftig eine echte Wahl hätten.
  • Anwesende SPD-Ortsvereine bei der Neugründung:
Arnstorf, Bruckberg, Buch a. E., Dingolfing, Eching, Ergolding, Ergoldsbach, Essenbach, Landshut, Neufahrn, Tiefenbach, Pfeffenhausen, Reisbach, Velden, Vilsbiburg Bild v.l. n. r.: MdL a. D. Udo Egleder, Bürgermeister Gerhard Babl, MdB Florian Pronold, Sabine Krojer (Vilsheim); Herber Lohmeyer (Vorsitzender SPD Vilsheim); Benjamin Lohmeyer (Vilsheim); Josef Kollmannsberger (stv. Kreisvorsitzender); Ruth Müller (Kreisvorsitzende); Simon Eberl (Vilsheim); Sebastian Garnreiter (Vilsheim), Bürgermeister Franz Göbl
 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.