Der Bürgerpreis 2024 gegen Hass und Hetze und für Demokratie

Veröffentlicht am 22.10.2024 in Veranstaltungen

Ruth Müller, MdL, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, MdL, Karin Hagendorn, Madlen Melzer, Markus Rinderspacher, MdL

SPD-AK Labertal bei Festakt im Maximilianeum dabei

Landtagspräsidentin Ilse Aigner hat den Bürgerpreis 2024 verliehen. Drei ehrenamtliche Projekte wurden im Senatssaal des Bayerischen Landtags geehrt. „Die Preisträgerinnen und Preisträger setzen sich in besonderer Weise für die Erinnerungskultur ein – und dafür, dass sich Ereignisse aus der Geschichte nicht wiederholen.“

Der Bürgerpreis des Bayerischen Landtags richtete sich in diesem Jahr an Initiativen und Projekte der Erinnerungskultur. „Nie wieder ist jetzt! Ehrenamtliches Engagement für Vielfalt, Zusammenhalt und Demokratie. Aus der Vergangenheit lernen – in Generationen denken.“

84 Bewerbungen aus ganz Bayern wurden eingereicht und drei Hauptpreise im Gesamtwert von 50.000 € vergeben. Eingeladen dazu waren alle Ehrenamtlichen, die sich mit einem Projekt unter dem Motto „Nie wieder“ beworben hatten. Unter ihnen war auch der SPD Arbeitskreis Labertal mit seiner im Frühjahr durchgeführten Wanderausstellung über die jüdischen Fußballspieler des FC Bayern München „Verehrt – Verfolgt – Vergessen“. „Seit 16 Jahren sind wir im Labertal unterwegs mit unseren Projekten zu Flucht und Vertreibung, Aufarbeitung von NS-Verbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg, Weiße Rose und Demokratiebildung“, erläutert Karin Hagendorn, die Sprecherin des Arbeitskreises aus Hohenthann. Begleitet zu dem Festakt im Bayerischen Landtag wurde sie von Madlen Melzer, der SPD-Ortsvorsitzenden aus Schierling. „Stolz sind wir im AK Labertal, dass es unsere Ausstellungsreihe über die nationalsozialistische Vergangenheit des FCB, gezeigt in verschiedenen Orten in der Region, unter anderem in Eggmühl und Schierling, in die Auswahl, zur Vergabe des Bürgerpreises im Bayerischen Landtag, geschafft hat“, so Melzer. „Auch wenn der AK Labertal nicht unter den ersten drei Preisträgern ist, bin ich sehr dankbar, dass in der Region mit dem SPD AK Labertal immer wieder Projekte gegen Rechtsextremismus und für Demokratie und Toleranz durchgeführt werden“, so die Landtagsabgeordnete Ruth Müller. Alleine in diesem Frühjahr habe man mit der sechswöchigen Wanderausstellung an elf verschiedenen Orten, in Kirchen und Schulen mehrere tausend Menschen erreicht.

Spannend war die Preisverleihung auch deshalb, weil neue Kontakte zu anderen Organsisationen geknüpft werden konnten, die sich in ganz Bayern mit verschiedenen Aktionen für das „Nie wieder“ einsetzen: Der 1. Preis ging an „Erinnerungsort BADEHAUS“, mit seiner Dauerausstellung, Filmvorführungen, Diskussionsrunden und Zeitzeugengesprächen in Wolfratshausen, der 2. Preis an „NIE WIEDER!“ ein Inklusionsprojekt der Lebenshilfe Miltenberg e.V., in dem junge Menschen mit Behinderung Bilder zum Thema Euthanasie gemalt haben. Eine besondere Herausforderung, denn man musste sich damit auseinandersetzen, mit welcher Brutalität Menschen mit Behinderungen in der NS-Zeit ermordet wurden. Der 3. Preis ging an „Alef-Bet – das Alphabet der Erinnerungskultur“ an eine Schule aus Oberfranken, die in Workshops und Musikprojekten Schülerinnen und Schülern jüdisches Leben nahebringt und erlebbar macht.

Im persönlichen Gespräch bedauerte die Landtagspräsidentin Ilse Aigner, dass nicht alle ausgezeichnet werden konnten, aber „alle eingereichten Bewerbungen zeigen auf ihre eigene Art und Weise, dass es zahlreiche Menschen in Bayern gibt, die sich durch ein herausragendes Engagement für Vielfalt und Offenheit einsetzen und dafür, dass demokratische Werte und Menschenwürde die Grundprinzipien des staatlichen und gesellschaftlichen Handelns bleiben.“

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.