Dem Rad in die Speichen fallen

Veröffentlicht am 24.06.2010 in AntiFa/Migration

Bonhoeffer-Ausstellung kommt nach Rottenburg

Zivilcourage, gelebtes Christentum und politischer Widertand – diese Begriffe prägten das kurze Leben Dietrich Bonhoeffers, das 1945 durch die Hinrichtung im KZ Flossenbürg endete. „65 Jahre Kriegsende und Ermordung Bonhoeffers“ nimmt der SPD Arbeitskreis gemeinsam mit den evangelischen Kirchen in der Region zum Anlass, eine Ausstellung zum Leben und Wirken Bonhoeffers zu präsentieren. Auf 13 Tafeln zeigt die Ausstellung aus Hamburg, die erstmals in Niederbayern zu sehen ist, wie sich der Theologe, der 1906 in Breslau geboren wurde, zum aktiven Widerstandskämpfer entwickelte.

Im Rahmen eines Gottesdienstes wird die Ausstellung am 27. Juni um 9.30 Uhr in der Rottenburger Dreieinigkeitskirche eröffnet. Der Kirchenchor und der Geiselhöringer Posaunenchor unter der Leitung von Werner Schlag und der evangelische Kirchenchor unter der Leitung von Angelika Rohrmeier übernehmen die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Der Fraktionsvorsitzende der SPD im bayerischen Landtag, MdL Markus Rinderspacher wird in seinem Grußwort auf die Grundwerte der Demokratie eingehen.

Dietrich Bonhoeffer ist in einem gut situierten Elternhaus, das zwar religiös, aber nicht kirchlich geprägt gewesen ist aufgewachsen. Dies habe in dem Jugendlichen später aus der Einsicht, dass Kirche, Lehre und Glaube zusammengehörten, das Verlangen geweckt, die Kirche zu reformieren und zu einer wirklich lebendigen Gemeinschaft zu führen. Daher wurde er evangelischer Pastor. Bei verschiedenen Aufenthalten im Ausland habe er, der nie materielle Sorgen zu ertragen gehabt hatte, die soziale Not von Menschen kennengelernt. Nach dem Aufstieg des Nationalsozialismus und der Übernahme der Macht durch Hitler sei er von Anfang an Gegner dieses Regimes - beispielsweise wegen der der Rassenlehre - gewesen ("Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen") und sei als Mitglied der "Bekennenden Kirche" keinerlei Kompromisse gegenüber der Unrechtsherrschaft eingegangen.

Im Februar 1933 brennt der Berliner Reichstag und im April 1933 hält Bonhoeffer einen Vortrag vor Berliner Pfarrern und beschreibt die Möglichkeiten des kirchlichen Handelns gegen den Staat. Es müsse möglich sein, „nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen“, so Bonhoeffer.
Aus einem Aufenthalt in den USA, in denen er in Sicherheit gewesen wäre, ist Bonhoeffer wieder nach Deutschland zurückgekehrt, um in der Widerstandsgruppe "Canaris" als politischer Kurier tätig zu sein. Nach seiner Verhaftung 1943 und Internierung im KZ Buchenwald wurde er kurz vor Ende des Krieges in Schönberg im Bayerischen Wald gefangen gehalten, um schließlich mit anderen Widerstandskämpfern der Gruppe "Canaris" am 8. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet zu werden.

Dem SPD Arbeitskreis Labertal ist es gelungen, die Hamburger Ausstellung zum Leben und Wirken Bonhoeffers nach Rottenburg zu holen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Bilder aus Breslau und durch Zeichnungen über Bonhoeffers Leben. Außerdem erhält der Besucher weitere Informationen über andere Widerstandskämpfer im Dritten Reich. Insbesondere soll die Ausstellung auch für Jugendliche Mahnung und Auftrag sein, wachsam gegen politischen Extremismus zu sein und Toleranz zu üben. Terminvereinbarungen für Einzelpersonen und Gruppen können mit dem Pfarramt (08781 2654) getroffen werden.

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.