Vor dem Passivhaus-Kindergarten in Schneegattern: die Besucher aus Geiselhöring, Mallersdorf-Pfaffenberg, Schierling, Langquaid und Regenstauf mit BGM Erich Rippl (5. v.l.)
Geiselhöringer SPD informiert sich in Oberösterreich zu innovativer Kommunalpolitik
Interkommunales Gewerbegebiet und prämierter Passivhaus-Kindergarten überzeugten
Beim Besuch des AK Labertal in Lengau zu Beginn der Woche informierten sich Mitglieder der SPD-Vorstandschaft detailliert über die Erfahrungen der oberösterreichischen Gemeinde mit einem interkommunalen Baugebiet und dem ersten Passivhaus-Kindergarten im Innviertel. Bürgermeister Erich Rippl (SPÖ) nahm sich zwei Tage Zeit, den Labertalern seine Gemeinde vorzustellen und begrüßte den intensiven Gedankenaustausch, der auch in Zukunft fortgesetzt werden soll.
Der SPD-Arbeitskreis Labertal begann im Sommer 2010 engere Beziehungen zu den Sozialdemokraten in Oberösterreich zu knüpfen. Nach dem eine Abordnung aus dem Labertal sich beim stellvertretenden Landeshauptmann Josef Ackerl über den Breitbandausbau im Nachbarland informierte, besuchte der Bürgermeister der Gemeinde Lengau, Erich Rippl, im Herbst Geiselhöring und referierte zu seiner erfolgreichen Gemeindepolitik. Auf Landesebene hatte der Besuch der Labertaler ein Treffen der niederbayerischen Landtagsabgeordneten mit den Kollegen aus Linz beim Gäubodenvolksfest zur Folge. Nun stand der Gegenbesuch der Labertaler in der VIA NOVA-Gemeinde Lengau im Innviertel an. Mit einer 10-köpfigen Delegation reisten die Labertaler aus Geiselhöring, Mallersdorf-Pfaffenberg, Schierling, Langquaid und Regenstauf an und ließen sich gezielt die im vergangen Herbst vorgestellten Projekte zeigen. „Für uns“, so Vorstandsbeirat Rainer Pasta, „war besonders das erste interkommunale Baugebiet Oberösterreichs sowie der erste Passivhaus-Kindergarten interessant, zumal wir ja gerade in Geiselhöring selber einen neuen Kindergarten bekommen und das Industriegebiet Sorgen bereitet“.
Interkommunales Gewerbegebiet Lengau
Wird bei uns immer wieder die schlechte Verkehrsanbindung als Hemmschuh für Industrieansiedlungen vorgeschoben, so müsse man neidvoll erkennen, dass es der Gemeinde Lengau gelungen ist – trotz fehlender Fernstraßenanbindung – ein sehr erfolgreiches Ansiedlungsmanagement ins Leben gerufen zu haben, so Rainer Pasta. Bürgermeister Erich Rippl machte sich dafür stark, dass seine Gemeinde im Verbund mit den Nachbargemeinden Straßwalchen, Lochen und Neumarkt am Wallersee ein gemeinsames Konzept entwickelte und umgesetzt hat. Rippl: „Wir machten eine ehrliche und transparente Erhebung, welche unserer Gemeinden ein entsprechendes Baugebiet ausweisen konnte und welche Gewerbestruktur wir haben wollten. Die Gemeinden, die aus den unterschiedlichsten Gründen keine Industriegebiete in ausreichender Größe anbieten konnten, beteiligten sich an der Erschließung in unserer Gemeinde und bekommen dafür den entsprechenden Gewerbeteueranteil. Umgekehrt können wir unser Industriegebiet nun in allen fünf angeschlossenen Gemeinden bewerben und vermitteln“ – mit Erfolg, wie sich die Besucher aus Geiselhöring überzeugen konnten. Ein besonderes Schmankerl für die Gewerbetreibenden: Für die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen erlassen ihnen die Gemeinden Teile der Gewerbesteuer. Andererseits müssen die Firmen pro 1000qm Gewerbefläche durchschnittlich drei Arbeitsplätze garantieren.

Besuchen das interkommunale Industriegebiet Lengau: Die Delegation aus dem Labertal mit BGM Erich Rippl (3.vl.)
„Derzeit stehen Investoren ca. 94.000 m2 zur Verfügung, Erweiterung sind möglich. Mit einem Grundpreis von € 44,50 / m2 und einem Aufschließungskostenbeitrag von € 12,00 / m2 sind die Konditionen sehr gut. Besonders die schnelle Abwicklung der Bauvorhaben vom Bauantrag bis zum Spatenstich überzeugt die ansiedlungswilligen Betriebe“, so Erich Rippl. Dazu komme das Angebot der Standort- und Innovationsagentur des Landes Oberösterreich. Als One-Stop-Shop biete sie für Investoren neben der Abklärung von Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten entsprechende Unterstützung bei Behördenkontakten und Genehmigungsverfahren. Auch die Beratung bei der Suche nach Kooperationspartnern, Zulieferern und unternehmensbezogenen Dienstleistungen und die Unterstützung bei der Suche nach Mitarbeitern bzw. deren Qualifizierungen werte den Standort Lengau entsprechend auf, bestätigt der innovative Bürgermeister. Die landschaftliche Schönheit der Region mit all ihren Freizeitmöglichkeiten, die nahe gelegenen Seen (Waller-, Matt- und Grabensee) sowie vielfältige Kultureinrichtungen runden das Angebot des attraktiven Unternehmens- und Wohnstandortes ab.
Der „Energie Star“ für den Passivhaus-Kindergarten
Dass sein Konzept aufgeht, sieht Bürgermeister Erich Rippl auch darin, dass die Bevölkerung in Lengau stetig zunimmt und vor allem junge Familien die Gemeinde schätzen. Bei rund 4000 Einwohnern kann Lengau jährlich 50 Geburten verzeichnen – mit steigender Tendenz. Dies hat natürlich zur Folge, dass die Gemeinde auch entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen muss. Neben den drei Grundschulen in den größeren Ortsteilen gibt es eine gut ausgelastete Hauptschule – Probleme wie bei uns gibt es in der oberösterreichischen Hauptschule nicht, da hier gemeinsames Lernen bis zur achten Klasse bereits seit langem üblich ist. Für die Kleinen hat die Gemeinde, neben dem Kinderhort (nach entsprechendem Bedarf neu eingerichtet), in allen Ortsteilen einen Kindergarten. In Oberösterreich ist der Kindergartenbesuch für Kinder ab dem 30. Monat kostenlos. Der im Ortsteil Schneegattern neu erstellte Kindergarten bekam nach Fertigstellung den „Energie Star“ als erster Passivhaus-Kindergarten des Landes verliehen. Der Kindergarten Schneegattern weist laut Energieausweis die niedrigste Wärmeschutzklasse A auf und verbraucht nur 15 kWh/m²a (Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr) Heizenergie, was unter anderem auf die sehr gute Dämmung der Außenflächen von mehr als 30 cm zurückzuführen ist. Aufgrund der waldreichen Region lag es nahe, den Kindergarten in Holzbauweise zu errichten. Die Be- und Entlüftungsanlage gewinnt 90 % der Wärme zurück. Große Glasflächen lassen viel Licht ins Gebäude, die Wärme aber nicht hinaus. Biologische Baustoffe und die Pelletsheizung sorgen für ein angenehmes Raumklima.