80 Jahre Bayerische Verfassung und 20 Jahre Politischer Kirchweihsonntag

Veröffentlicht am 25.10.2026 in Kreisvorstand

Ehrengäste beim Kirchweihsonntag 2026

Markus Rinderspacher erinnert in Essenbach an demokratische Verantwortung – SPD feiert Doppeljubiläum mit zahlreichen Gästen

Essenbach. Gleich zwei Jubiläen gab es beim Politischen Kirchweihsonntag der Landkreis-SPD in der ESKARA in Essenbach zu feiern: Seit 20 Jahren lädt die SPD zu ihrem traditionellen politischen Austausch am Kirchweihsonntag ein, und vor 80 Jahren wurde die Bayerische Verfassung verabschiedet. Mit dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, Markus Rinderspacher, hatte die SPD einen Festredner eingeladen, der in seiner Rede den Bogen von den Anfängen der bayerischen Demokratie bis zu den Herausforderungen unserer Zeit spannte.

Zum ersten Mal begrüßte die neue SPD-Kreisvorsitzende Annika Hagn im vollbesetzten Saal der ESKARA die Gäste. Sie dankte ihrer Vorgängerin Ruth Müller, die den Politischen Kirchweihsonntag über viele Jahre geprägt und zu einer festen Größe im politischen Veranstaltungskalender des Landkreises gemacht hatte. „Ich freue mich, diese schöne Tradition auch im 21. Jahr weiterführen zu dürfen“.  Die Veranstaltungsreihe stehe für den offenen Austausch und die Möglichkeit, politische und gesellschaftliche Fragen gemeinsam zu diskutieren. Für den Essenbacher SPD-Vorsitzenden Erhard Fleischmann ist die Verfassung dabei weit mehr als ein historisches Dokument. „Sie ist ein Auftrag für die Gegenwart. Freiheit, soziale Sicherheit und demokratische Teilhabe sind keine Selbstverständlichkeiten. Wir müssen sie jeden Tag aufs Neue verteidigen und gestalten.“

In ihrer politischen Einführung blickte Ruth Müller auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurück. Von Franz Maget und Christian Ude über den Kabarettisten Christian Springer bis hin zum ehemaligen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm habe der Kirchweihsonntag immer wieder Persönlichkeiten zusammengebracht, die gesellschaftliche Debatten angestoßen hätten. „Wir haben als SPD im Landkreis Landshut immer auch über den Tellerrand hinausgeschaut und uns mit den Fragen beschäftigt, die unsere Gesellschaft bewegen“, so Müller.

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“

Die Landtagsabgeordnete stellte die Aktualität des Verfassungsjubiläums heraus. „Wir stehen heute auf den starken Schultern der Generationen, die unsere Demokratie aufgebaut und verteidigt haben“, erinnerte Müller.

Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Spannungen und der Verlockung vermeintlich einfacher Antworten brauche es Menschen, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und für demokratische Werte einzustehen. „Niemand von uns kann die Verantwortung für den Erhalt unserer Demokratie einfach an der Garderobe abgeben“, betonte Müller. Es liege an der heutigen Generation, die Demokratie zu bewahren und an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Rinderspacher: Verfassung ist ein Auftrag für die Gegenwart

In seiner Festrede erinnerte Markus Rinderspacher an die Entstehung der Bayerischen Verfassung im Jahr 1946 und würdigte insbesondere den Sozialdemokraten Wilhelm Hoegner, der als einer ihrer wichtigsten geistigen Väter gilt. Nach den Schrecken des Nationalsozialismus hätten die Verantwortlichen die Grundlagen für einen demokratischen Neubeginn geschaffen.

„Aus den Erfahrungen von Diktatur und Krieg haben wir die Lehre gezogen, dass Menschenwürde, Demokratie und soziale Verantwortung das Fundament unseres Zusammenlebens sein müssen“, erklärte Rinderspacher.

Rinderspacher erinnerte an die großen gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen 80 Jahre – vom Wiederaufbau über den Ausbau des Sozialstaats bis zur deutschen Wiedervereinigung und der europäischen Einigung. Gleichzeitig verwies er auf aktuelle Herausforderungen wie bezahlbaren Wohnraum, gleichwertige Lebensverhältnisse und die Verteidigung der Demokratie gegen Extremismus und Menschenfeindlichkeit.

Besondere Worte fand der Landtagsvizepräsident für seine Landtagskollegin Ruth Müller, die den Politischen Kirchweihsonntag fast zwei Jahrzehnte als Kreisvorsitzende organisiert hatte. Er würdigte ihr kommunalpolitisches, parlamentarisches und kirchliches Engagement sowie ihre Verbundenheit mit den Menschen in der Region.

„Ruth Müller steht für eine Sozialdemokratie, die nicht nur über die Herausforderungen unseres Landes spricht, sondern Verantwortung übernimmt und konkrete Verbesserungen erreichen will. Sie verbindet klare politische Überzeugungen mit Bodenständigkeit, Tatkraft und einem offenen Ohr für die Anliegen der Menschen“, sagte Rinderspacher.

Der seit 2006 bestehende Politische Kirchweihsonntag sei ein Beispiel dafür, wie demokratische Kultur vor Ort gelebt werde. Denn Demokratie brauche Orte, an denen Menschen zusammenkommen, unterschiedliche Perspektiven austauschen und miteinander im Gespräch bleiben. Und es sei erfreulich, dass auch eine junge Kreisvorsitzende wie Annika Hagn diese Tradition weiterbewahre.

Demokratischer Dialog über Parteigrenzen hinweg

Auch in den Grußworten stand die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Mittelpunkt. Landshuts Oberbürgermeister Dr. Thomas Haslinger betonte, dass der demokratische Dialog über kommunale und Parteigrenzen hinweg wichtig sei, um Gemeinsamkeiten herauszustellen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Essenbachs Bürgermeister Daniel Braun freute sich als Hausherr über die langjährige Verbindung des Politischen Kirchweihsonntags mit der ESKARA, die über viele Jahre Veranstaltungsort der traditionellen Zusammenkunft gewesen war.

Unter den zahlreichen Gästen waren Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommunalpolitik, von Vereinen und Verbänden, aus Gewerkschaften, sozialen Einrichtungen, Wirtschaft, Wissenschaft und Kirche. Für die musikalische Umrahmung sorgte Simon Bründl aus Straubing.

Auch zwei persönliche Jubiläen wurden gefeiert: Die Landkreis-SPD gratulierte dem Landshuter Oberbürgermeister Thomas Haslinger zum 40. und dem langjährigen stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden und früheren Veldener Bürgermeister Gerhard Babl zum 80. Geburtstag – traditionell mit einem Glas Honig aus Neufahrn.

Mit dem Doppeljubiläum verband die Landkreis-SPD damit den Rückblick auf 80 Jahre demokratische Entwicklung in Bayern mit dem Anspruch, auch künftig Verantwortung für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein friedliches Miteinander zu übernehmen.

 

Homepage SPD Landkreis Landshut

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.