Warnung vor Aushöhlung und Abwertung der Demokratie und dem Aufkommen rechtsradikaler Tendenzen
Die Aufhausener SPD brachte in Zusammenarbeit mit dem SPD Arbeitkreis Labertal die Ausstellung des Staatsarchivs München nach Aufhausen.
Am 31. Oktober und am 1. November gab es in Aufhausen die Möglichkeit, die Ausstellung „Schuld und Sühne“ des bayerischen Staatsarchivs München im Gemeindesaal zu besichtigen. Organisiert hatte die Ausstellung der SPD-Arbeitskreis Labertal und deren 2. Sprecherin Karin Hagedorn mit dem Ortsverein Aufhausen.
Neben Karin Hagedorn, Beamtin im der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und 2. Sprecherin des SPD Arbeitskreis Labertal wurde die Ausstellung am Montag im Aufhausener Gemeindezentrum vom Sprecher des Arbeitskreis Labertal, Rainer Pasta, dem Aufhausener Gemeinderat Karlheinz Maß und dem Aufhausener Ortsvereinsvorsitzenden Hubert Wittmann am Montagabend eröffnet.
Hagendorn führte durch die Ausstellung des Staatsarchivs München, die einen Einblick in die Verfahrensabläufe gibt und einige Prozesse vorstellt, die aus der Masse der Strafverfahren herausragen. Ein Abschnitt der Ausstellung befasst sich den Verbrechen im Konzentrationslager Dachau, deren juristische Aufarbeitung ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft München II fiel. Ein weiterer Abschnitt widmet sich besonderer Verfahren zu nationalsozialistischen Gewaltverbrechen (Kurzform NSG-Verfahren), die den Tod von Stalins Sohn Jakob Dschugaschwili, die Ermordung von Edith Stein und dem Hitlerattentäter Georg Elser betreffen.
Die aus Niederbayern aufgenommenen Fälle handeln von Cäcilie Wühr, Josef Fritz, Ottilie Meindl und Nikolaj Sanian aus Drachselsried/Viechtach sowie Agnes Schober aus Regen und die KZ- Nebenlager Passau I (Oberilzmühle) und Passau II. Um die regionale Komponente in die Ausstellung einzubringen hat der AK Labertal die zwölf Ausstellungstafeln des Bayerischen Staatsarchivs um zwei weitere Tafeln ergänzt: Die fehlende gerichtliche Aufarbeitung zu den Vorkommnissen im Polenkinderlager Laberweinting und die Entnazifizierung wurden darauf ebenso thematisiert wie die Standgerichtsprozesse zur Ermordung von Domprediger Johann Maier in Regensburg, Regierungsrat Dr. Franz Seiff, Landshut ,sowie Friedrich Beutlhauser und Alois Huber in Ittling.
Zum Abschluss zitierte der Aufhausener SPD Gemeinderat Karlheinz Maß den Philosophen Hegel: „Aus der Geschichte der Völker können wir lernen, das die Völker aus der Geschichte nichts gelernt haben.“ In der anschließenden Diskussion wurde vor allem von BGM Jurgovsky bedauert, dass unsere Demokratie heute mehr und mehr angegriffen wird und es keine offensichtliche Lösung dafür gebe. Die Ausstellung des AK Labertal erinnere an die Folgen einer Aushöhlung und Abwertung der Demokratie und dem Aufkommen rechtsradikaler Tendenzen, so AK-Sprecher Rainer Pasta. Es könne der Bevölkerung – und vor allem den Jüngeren, die die Katastrophe des 2. Weltkrieges nicht selber miterlebt haben – nur das Angebot gemacht werden, sich mit der Geschichte und den tragischen Folgen einer gescheiterten Demokratie (Weimarer-Demokratie) auseinanderzusetzen.
Bereits die beiden, von der SPD organisierten vorherigen Veranstaltungen zu Themen der jüngeren Geschichte, der Geschichtswerkstatt zu den Todesmärschen im Juni letzten Jahres und den Themenabend zum Fall der Gastwirtsehefrau Maria Mayer aus Petzkofen Anfang dieses Jahres, trafen auf reges Interesse aus der Bevölkerung, so dass auch diese Ausstellung sicher Anklang finden wird, zeigte sich Hubert Wittmann überzeugt.
Als nächstes ist die Ausstellung 6.11., am Martini-Markt in Rottenburg im Bürgersaal zu sehen, bevor sie nach Straubing weiter zieht.