Wanderausstellung "Schuld & Sühne?" - Station Aufhausen

Veröffentlicht am 03.11.2016 in Veranstaltungen

Warnung vor Aushöhlung und Abwertung der Demokratie und dem Aufkommen rechtsradikaler Tendenzen

Die Aufhausener SPD brachte in Zusammenarbeit mit dem SPD Arbeitkreis Labertal die Ausstellung des Staatsarchivs München nach Aufhausen.

Am 31. Oktober und am 1. November gab es in Aufhausen die Möglichkeit, die Ausstellung „Schuld und Sühne“ des bayerischen Staatsarchivs München im Gemeindesaal zu besichtigen. Organisiert hatte die Ausstellung der SPD-Arbeitskreis Labertal und deren 2. Sprecherin Karin Hagedorn mit dem Ortsverein Aufhausen.

Neben Karin Hagedorn, Beamtin im  der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und 2. Sprecherin des SPD Arbeitskreis Labertal wurde die Ausstellung am Montag im Aufhausener Gemeindezentrum vom Sprecher des Arbeitskreis Labertal, Rainer Pasta, dem Aufhausener Gemeinderat Karlheinz Maß und dem Aufhausener Ortsvereinsvorsitzenden Hubert Wittmann am Montagabend eröffnet.

Hagendorn führte durch die Ausstellung des Staatsarchivs München, die einen Einblick in die Verfahrensabläufe gibt und einige Prozesse vorstellt, die aus der Masse der Strafverfahren herausragen. Ein Abschnitt der Ausstellung befasst sich den Verbrechen im Konzentrationslager Dachau, deren juristische Aufarbeitung ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft München II fiel. Ein weiterer Abschnitt widmet sich besonderer Verfahren zu nationalsozialistischen Gewaltverbrechen (Kurzform NSG-Verfahren), die den Tod von Stalins Sohn Jakob Dschugaschwili, die Ermordung von Edith Stein und dem Hitlerattentäter Georg Elser betreffen.

Die aus Niederbayern aufgenommenen Fälle handeln von Cäcilie Wühr, Josef Fritz, Ottilie Meindl und Nikolaj Sanian aus Drachselsried/Viechtach sowie Agnes Schober aus Regen und die KZ- Nebenlager Passau I (Oberilzmühle) und Passau II. Um die regionale Komponente in die Ausstellung einzubringen hat der AK Labertal die zwölf Ausstellungstafeln des Bayerischen Staatsarchivs um zwei weitere Tafeln ergänzt: Die fehlende gerichtliche Aufarbeitung zu den Vorkommnissen im Polenkinderlager Laberweinting und die Entnazifizierung wurden darauf ebenso thematisiert wie die Standgerichtsprozesse zur Ermordung von Domprediger Johann Maier in Regensburg, Regierungsrat Dr. Franz Seiff, Landshut ,sowie Friedrich Beutlhauser und Alois Huber in Ittling.

Zum Abschluss zitierte der Aufhausener SPD Gemeinderat Karlheinz Maß den Philosophen Hegel: „Aus der Geschichte der Völker können wir lernen, das die Völker aus der Geschichte nichts gelernt haben.“ In der anschließenden Diskussion wurde vor allem von BGM Jurgovsky bedauert, dass unsere Demokratie heute mehr und mehr angegriffen wird und es keine offensichtliche Lösung dafür gebe. Die Ausstellung des AK Labertal erinnere an die Folgen einer Aushöhlung und Abwertung der Demokratie und dem Aufkommen rechtsradikaler Tendenzen, so AK-Sprecher Rainer Pasta. Es könne der Bevölkerung – und vor allem den Jüngeren, die die Katastrophe des 2. Weltkrieges nicht selber miterlebt haben – nur das Angebot gemacht werden, sich mit der Geschichte und den tragischen Folgen einer gescheiterten Demokratie (Weimarer-Demokratie) auseinanderzusetzen.

Bereits die beiden, von der SPD organisierten vorherigen Veranstaltungen zu Themen der jüngeren Geschichte, der Geschichtswerkstatt zu den Todesmärschen im Juni letzten Jahres und den Themenabend zum Fall der Gastwirtsehefrau Maria Mayer aus Petzkofen Anfang dieses Jahres, trafen auf reges Interesse aus der Bevölkerung, so dass auch diese Ausstellung sicher Anklang finden wird, zeigte sich Hubert Wittmann überzeugt.

Als nächstes ist die Ausstellung 6.11., am Martini-Markt in Rottenburg im Bürgersaal zu sehen, bevor sie nach Straubing weiter zieht.

 

  

Projekt 2016 - Schuld & Sühne?

„Historischen Themennachmittage" im Labertal

Die intensive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig um die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft zu vertrauen. Der AK Labertal will fundierte Geschichtsbewältigung unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten anbieten Es gibt nichts zu glorifizieren, nichts zu beschönigen und schon gar nichts zu rechtfertigen. Wir wollen aber auch nicht anklagen und verurteilen - keiner von uns kann heute sagen, wie er sich selbst verhalten hätte, in einer anderen Zeit.

- Rückblick -
Der SPD-Arbeitskreis Labertal hat mit dem „Historischen Themennachmittag“ zur Schierlinger Muna am 24. Januar 2010 begonnen, sich mit den Ereignissen vor 65 Jahren genauer zu beschäftigen. Neben dem „Wunder von Schierling“ sollt der Blick auch auf die Todesmärsche durch das Labertal gelenkt werden.

Die Brüder Gandorfer beschäftigten den AK am historischen Datum 7. November 2010 in Pfaffenberg.

Im Spätherbst 2011 wurde mit "Die Engel von Laberweinting" erneut an das Thema "65 Jahre Kriegsende" angeknüpft. 62 tote Kinder in nur wenigen Monaten, so die Bilanz des Entbindungs- und Kinderheims für Fremdländische.

Der letzte „Historische Themennachmittag“„GELINZT - Euthanasie- Opfer aus dem Labertal“ fand am 4. März in Geiselhöring statt. Das Thema wurde mit einer Informationsfahrt am 14. April an den Gedenkort Hartheim bei Linz abgerundet.

Die Dokumentationen zu den Themennachmittagen (oder den Bonhoeffer-Wochen) sind unter www.agentur-labertal.de zu bestellen!

Projekt 2015 - Flucht, Vertreibung und Asyl

Flucht, Vertreibung und Asyl 1945 / 2015

Sonstiges

 

120 Jahre BayernSPD - Im Dienst von Freiheit und Demokratie Frauen sind in der rechtsextremen Szene keine Seltenheit mehr – sie sind die „nette“ Nachbarin oder betreiben Biolandbau und verkaufen „Deutschen Honig“ und unterwandern so die Gesellschaft mit neonazistischem Gedankengut. Die Ausstellung „Braune Schwestern“ aus Österreich war 2012 erstmals in Niederbayern zu sehen und beschäftigt sich mit der Symbolik, den Liedern und dem Gedankengut der rechtsextremen Frauenszene.