Zum Start ins neue Schuljahr 2014/15 fordert die Regensburger Bildungsexpertin Margit Wild mehr Burnout-Prävention für die bayerischen Lehrkräfte. „Untersuchungen zeigen immer wieder, dass Lehrkräfte zu den Berufsgruppen gehören, in denen die Gefahr für einen Burnout vergleichsweise hoch ist“, so Wild.
Das liege an verschiedenen Faktoren: Zum einen sei die zeitliche Belastung für Lehrkräfte sehr hoch, der Unterricht sei eine intensive Zeit, die Kraft koste. Zum anderen stelle die seit Jahren unbefriedigende Jobsituation durch die restriktive Einstellungspolitik der Staatsregierung einen weiteren Burnout-Faktor dar: „Viele junge Menschen, die äußerst gut ausgebildet unsere Universitäten verlassen, sitzen auf der Straße oder werden nur für ein Schuljahr angestellt. Dieser Druck ist auf Dauer nicht auszuhalten“, meint Wild. Zudem müssten viele Lehrkräfte an mehreren Schulen gleichzeitig unterrichten, weil sie nur für geringe Stundenkontingente eingestellt werden. „An drei Schulen gleichzeitig zu sein, das zeitlich zu koordinieren und die stete Pendelei – das ist eine Zumutung“ kritisiert die SPD-Landtagsabgeordnete.
Der Freistaat müsse seine Einstellungspolitik überdenken und für die jetzt betroffenen Lehrkräfte mehr Hilfestellungen anbieten. „Meine Schriftliche Anfrage zu diesem Thema hat ergeben, dass an den neun staatlichen Schulberatungsstellen zwar Ansprechpartner vorhanden sind und Kurse angeboten werden, hier insgesamt aber nur 63.000 Euro zur Verfügung stehen. Das sind 7.000 Euro pro Beratungsstelle, damit kommt man nicht weit“, so Wild. Hier müsse der Freistaat mehr Engagement zeigen.
„Gleichzeitig müssen wir uns natürlich überlegen, wie wir die jungen Menschen gleich zu Beginn besser auf die stressige Schulzeit vorbereiten können und bei den Studierenden eine gute Selbsteinschätzung evozieren können“, schlägt Wild vor. Es würden viele junge Menschen das Lehramtsstudium aufnehmen, ohne dafür ausreichend geeignet zu sein.